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Dax schließt mit geringen Gewinnen

Kursgewinne bei E.ON und der Münchener Rück hoben das deutsche Börsenbarometer wieder in die Gewinnzone

dpa-afx FRANKFURT. Die deutschen Aktien haben am Dienstag nach einer umsatzarmen Sitzung mit geringen Gewinnen geschlossen. Nachdem die Börse die erste Tageshälfte im Minus verbracht hatte, hoben Kursgewinnen bei E.ON und Münchener Rück das Börsenbarometer DAX wieder in die Gewinnzone. Der Leitindex beendete den Handel bei 6.937,74 Punkten um 0,67 Prozent fester. Gleichzeitig stiegen die im MDAX zusammengefassten 70 mittelgroßen Werte 0,09 Prozent auf 4.872,93 Zähler. Am Neuen Markt büßten die Wachstumswerte im NEMAX-50 (Performance-Index) um 1,21 Prozent auf 5.588,07 Punkte ein.

Münchener Rück schoben sich im späten Handel an die vorderste Linie der DAX-Werte. Händler führten den Kursgewinn von 4,33 Prozent auf 322,79 Euro auf eine technische Erholung zurück, nachdem der Wert durch die Neugewichtung an den Euro-Stoxx-Indizes unter Druck geraten war.

Am unteren Ende des Liste lagen adidas-Salomon-Papiere , die mit 60 Euro notierten. Das entsprach einem Kursrückgang von 3,57 Prozent. Anleger nahmen innerhalb der letzten zwei Handelsstunden die Gewinne der vergangenen Wochen mit.

Allianz stiegen nach wieder aufgekommenen Gerüchten über einen Einkauf unter amerikanischen Vermögensverwaltern. Zum Sitzungsende lagen die Titel bei 368,90 Euro um 1,19 Prozent höher.

E.ON-Titel lagen hoch in der Gunst der Anleger. Gerüchte über Allianzen und die Übernahme der Tankstellen-Tochter Aral trieben den Kurs um 4,17 Prozent hoch auf 54,94 Euro.

Unter den Chemiewerten konnten lediglich Degussa-Hüls mit Gewinnen aufwarten. Nach einer Heraufstufung durch Morgan Stanley Dean Witter auf "Outperformer" kletterten sie um 1,75 Prozent auf 31,39 Euro.

Die Klage eines Aktionärs gegen die geplante Kapitalerhöhung der Commerzbank wegen Zerstörung von "Shareholder Value" brachte zwischenzeitlich Unruhe in den Handel, sagte eine Händlerin der ABN Amro. Es sei nicht bekannt, ob der Aktionär der CoBra zuzurechnen sei. Der Klage werde keine Erfolgschance eingeräumt. Dennoch könne sie die Kapitalerhöhung verzögern. Der Titel gab um 0,67 Prozent auf 32,42 Euro ab.

Die Dresdner-Bank-Aktie kletterte um 1,46 Prozent auf 48,70 Euro. Der Markt reagierte positiv auf den Kauf der US-Investmentbank Wasserstein Perella, sagte ein Händler der Commerzbank. Der hohe Kaufpreis von 1,569 Mio. Euro, der in Form von 30,5 Mio. Dresdner-Aktien gezahlt werde, sei angemessen. Nach den Turbulenzen, die in der letzten Zeit in Zusammenhang mit den verschiedenen Fusionsvorhaben entstanden seien, werde hiermit ein deutliches Signal für den Ausbau des Geschäfts gesetzt. Darüber hinaus werde die zusätzliche Expertise auf dem amerikanischen Markt der Dresdner Bank auf ihrem Weg zur europäischen Beraterbank "sehr weiterhelfen" und mittelfristig hohe Ertragssynergien erreichen.

Die Aktien der Lufthansa gaben nach Pressemeldungen über einen möglichen Einstieg bei Eurowings um 0,97 Prozent auf 23,49 Euro nach. Die Analystin Pia-Christina Schulze von Merck Finck & Co. erklärte in einem Gespräch mit dpa-AFX, die Eurowings betreibe ein rentables Geschäft und dies könnte einen hohen Kaufpreis bedeuten. Günstiger sei möglicherweise eine Partnerschaft, wie sie ja schon von der Lufthansa im Rahmen der Star Alliance betrieben werde. Laut Schulze unterhält die Eurowings unter anderem Zubringerdienste für die niederländische KLM . Falls KLM aber mit British Airways fusioniere, könnte Eurowings einen Teil seines Geschäftes einbüßen, da dieses dann der Deutschen BA zufallen dürfte.

DaimlerChrysler-Aktien standen auf den Verkaufslisten, sagte ein Frankfurter Händler. Anleger quittierten die Konzernerwartung stagnierender Umsätze im Lkw-Geschäft für das Jahr 2000 mit einem Kursabschlag von 0,83 Prozent auf 54 Euro.

Auch Technologietitel im DAX wurden abgestoßen. Epcos-Titel verloren 3,76 Prozent auf 97,20 Euro und Siemens-Papiere notierten mit 171,61 Euro um 1,94 Prozent leichter. Ungeachtet der Gewinne an der New Yorker NASDAQ hielten die Technologietitel an ihren frühen Verluste fest.

Im Vorfeld des G7-Treffens stürzte der Euro erneut auf ein Rekordtief. Bei 0,8477 US-Dollar erreichte die Gemeinschaftswährung ihren vorläufig niedrigsten Kurs gegenüber der Weltleitwährung. Obgleich vor dem Gipfel in Prag stabile Kurs erwartet wurden brach der Euro ein, "da das Vertrauen in eine erfolgreiche Intervention von Notenbanken schwindet", sagte ein Devisenhändler der niederländischen ING. Bislang schien es eine Frage des Willens, ob die EZB den Euro stützen könne. Mittlerweile, aber, bräuchte es eine weltweite Kooperation der Notenbanken, um sich gegenüber dem Markt durch zu setzen, sagte der Broker.

Befürchtungen dämpfender Effekte des hohen Rohölpreises auf die Konjunktur lasteten auf den Märkten, urteilte die Bankgesellschaft Berlin. Gleichzeitig führe der Preisanstieg zu einem Anstieg der Preise insgesamt. Dieser Effekt werde in Europa durch die Abwertung des Euro noch verstärkt. "Erst wenn die Unsicherheit hinsichtlich des Euros aus der Welt geschafft ist, wird sich die Börse festigen", sagte ein Händler der HypoVereinsbank. "Dann wenden sich Großanleger und ausländische Investoren wieder dem deutschen Markt zu."

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