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Dax schließt schwächer

Die Gewinn- und Umsatzwarnung des französisch-italienischen Halbleiterherstellers STMicroelectronics sowie schwache Vorgaben aus den USA haben am Fronleichnam für schlechte Stimmung im Technologiesektor gesorgt und damit den deutschen Aktienmarkt in die Verlustzone gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Die Aktien von SAP, Epcos, Infineon und Siemens lasteten mit ihren deutlichen Kursabschlägen auf dem Deutschen Aktienindex (Dax), der um 1,32 % schwächer bei 6 031 Punkten schloss. Der Dow-Jones-Stoxx-Index für den europäischen Technologiesektor verbuchte ein Minus von mehr als 5 %. Der NEMAX 50 ging mit einem Minus von 4,83 Prozent auf 1.519,18 Zähler aus dem Handel. Der alle gehandelten Werte umfassende NEMAX All Share verlor 3,56 Prozent auf 1.613,45 Punkte.P>

STMicroelectronics hatte am Donnerstag seine Umsatz- und Gewinnprognose für das zweite Quartal 2001 nach unten revidiert. Das Ebitda werde wegen der "Schwäche einiger Endmärkte" niedriger als bisher erwartet sein, teilte das Unternehmen mit. Die Aktie gab an der Pariser Börse um 4,2 % auf 38,52 ? nach. "Wir haben auf Grund des Fronleichnams sowieso schon geringe Umsätze", sagte Knut Hochwald, Aktienhändler bei der Hamburger Sparkasse. "Aber die Gewinnwarnung von STMicroelectronics hat dem Markt dann noch den Rest gegeben." Zudem trübten Gewinnwarnungen der US-Unternehmen Silicon Storage Technology, CTS Corp. sowie Texas Instruments die Stimmung ein.

In den USA belasteten diese Faktoren die Aktienmärkte deutlich. Bei Börsenschluss Frankfurt notierte die Technologiebörse Nasdaq 3,24 % schwächer bei 2 052 Zählern, der Industriewerte-Index Dow Jones gab um 1,77 % auf 10 680 Punkte nach.

SAP mit gewaltigen Verlusten

Im Dax reagierten insbesondere die Aktien von SAP mit gewaltigen Kursverlusten auf die negativen Nachrichten. Die Papiere verloren rund 7 % auf 159,50 ?. Epcos gaben um 2,7 % nach, Siemens fielen um 1,7 % und Infineon schlossen 2,4 % schwächer.

Dem gegenüber verbuchten die Aktien von Schering mit rund 800 000 gehandelten Stücken ein Plus von knapp zwei Prozent auf 65,26 ?. Zuvor hatten die Anteilsscheine ein Jahreshoch bei 65,80 ? markiert. "Das ist ein feines Unternehmen mit einer kontinuierlichen Gewinnentwicklung", sagte Aktienhändler Hochwald. "Und in solchen Phasen, wo die Technologiewerte schwach sind und von einer Gewinnwarnung zur nächsten gehandelt werden, greifen Anleger gerne auf die defensiveren Werte zurück."

Einen positiven Impuls für den Gesamtmarkt konnten auch die um 14.30 Uhr bekannt gegeben Arbeitsmarktdaten aus den USA nicht liefern, die Händlern zufolge erneut Zinssenkungsfantasien frei gesetzt hatten. Das US-Arbeitsministerium hatte bekannt gegeben, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 9. Juni auf 428 000 von zuvor 440 000 gefallen waren. Im Vier-Wochen-Durchschnitt sind die Erstanträge jedoch auf 424 500 gestiegen und erreichten damit den höchsten Stand seit August 1992.

Negative Nachrichten haben mehr Bedeutung

"Mit den Daten kamen zwar Zinssenkungsfantasien in den Markt", sagte Hochwald. "Aber es gibt Phasen, da werden Zinssenkungsfantasien mit steigenden Kursen honoriert und heute werden sie mit Ängsten um Wachstum und Unternehmensgewinne honoriert und führen zu fallenden Kursen." Die Stimmung im Markt sei schon seit ein paar Tagen angeschlagen und in einer solchen Situation würden die negativen Nachrichten mehr Bedeutung erlangen. Am Dienstag hatte bereits eine Gewinnwarnung des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia zu weltweiten Kurseinbrüchen geführt.

Am Neuen Markt fielen die Aktien von von EM.TV um mehr als 10 % auf ein neues Allzeittief bei 2,66 ?. Medienberichten zufolge droht der Einstieg der Kirch-Gruppe bei EM.TV an einem Einspruch des Bundeskartellamtes zu scheitern.

Der MDax verbuchte ein Minus von 1,26 % auf 4 732 Zähler.

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