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Dax schließt sehr schwach

Sehr schwach haben die deutschen Aktien am Donnerstag geschlossen. Der Dax fiel um 1,7 % bzw 93,52 Punkte auf 5 361,92 Zähler.

vwd FRANKFURT. Zuvor war der Index auf 5 334 Zählern und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 1999 gefallen. Sich verringernde Verluste bei den Technologiewerten hätten den Dax am späten Nachmittag dann von seinen Tiefs zurückgebracht, sagt ein Händler. Doch der deutlich unter den Erwartungen ausgefallene Philadelphia-Fed-Index aus den USA habe gegen 18.00 Uhr die Titel wieder gedrückt. Die Stimmung sei weiterhin sehr schlecht, Käufe seien kaum zu beobachten. Alle Erfolge von Unternehmen, über die jetzt berichtet werde, seien Rationalisierungs- und Einsparerfolge - Zeichen für einen echten Aufschwung seien dagegen nicht in Sicht.

Belastet wurde der Markt unter anderem von der weiteren Talfahrt der Telekom-Aktie. Sie verlor 5,9 % auf 18 Euro. "Die Angst vor Abgaben durch Voicestream-Aktionäre ist weiter vorhanden. Die Umstimmigkeiten der vergangenen Tage wirken sich zudem sehr belastend aus", sagte eine Händlerin zur Begründung. Die Telekom hatte unterdessen einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach sie Investmentbanken mit Geschäftsversprechen vom Verkauf weiterer Aktien abhalten will, dementiert. Dabei gab es positive Stimmen zu den Geschäftszahlen. Die Zahlen für das zweite Quartal der Deutschen-Telekom-Töchter Voicestream und Powertel waren für Goldman Sachs im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

Mit einem kummulierten Halbjahresverlust auf EBITDA-Basis in Höhe von 221 Mill. $ lägen die beiden Töchter auch innerhalb der Planung der Telekom. Auch die Bayer-Aktie setzte den Abwärtstrend der vergangenen Tage weiter fort und verlor 5,8 % auf 32,90 Euro. Hier habe die zunehmende Zahl von Klagen und Sorgen über die Zukunft des Unternehmens den Kurs ebenso wie die Dollarschwäche belastet, hieß es im Markt. Am Nachmittag teilte Bayer dann mit, dass das für den 26. September geplante US-Listing abgesagt wird.

Im Minus lagen nach einer schwachen Tendenz der Nasdaq auch die Werte aus dem Technologiesektor. Siemens rutschten um 4,2 % auf 57,10 Euro, SAP verbilligten sich um 2,4 % auf 156,10 Euro. Infineon gingen um 4,4 % auf 24,25 Euro zurück und Epcos verloren 3,8 % auf 47,10 Euro. Bei Siemens belasteten zudem die angekündigten Klagen von Angehörigen des Kaprun-Unglücks nach Angaben von Händlern den Kurs. Nach der Einschätzung eines Händlers seien die Kursverluste bei BMW und Daimler-Chrysler um 5,1 % auf 36,14 Euro bzw. von 2,6 % auf 51,04 Euro nicht auf neue Unternehmensnachrichten, sondern auf Gewinnmitnahmen und den gestiegenen Euro zurückzuführen gewesen.

Eon legten nach Vorlage der Zahlen des ersten Halbjahreszahlen um 2,4 % auf 61,50 Euro zu. Händler hatten einen etwas niedrigeren Kurs erwartet und die Zahlen als gemischt beurteilt. Das operative Ergebnis sei besser als erwartet ausgefallen, das Nettoergebnis habe dagegen unter den Erwartungen gelegen. Die Kommentare des Unternehmens hätten sich recht positiv angehört. MAN stürzten am frühen Nachmittag um bis zu neun Prozent ab, schlossen jedoch lediglich mit einem Minus von 3,1 % auf 25,75 Euro. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, zwei Vorstände seines Tochterunternehmen in Großbritannien wegen Bilanzfälschung entlassen zu haben.

"Da hat sich das MAN wirklich peinlich vorführen lassen", meinte ein Händler. Kein Wunder also, dass jetzt ersteinmal niemand mehr die Papiere haben wolle. Dennoch scheine sich am späten Nachmittag die Meinung durchgesetzt zu haben, dass das Unternehmen den aus der Bilanzfälschung entstandenen Schaden mit den Risikorückstellungen ausgleichen könne. Deutlich im Minus standen auch MLP, die um 6,4 % auf 84,20 Euro nachgaben. Hier begründeten Händler die Abschläge mit dem Fall durch eine charttechnisch wichtige Marke.

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