Dax-Sentiment – Aktuelle Auswertung
Stimmung der Anleger ist nah am Nullpunkt

Aus technischer- und sentimenttechnischer Sicht dürfte der Dax noch nicht zu Ende konsolidiert haben. Der übergeordnete Abwärtstrend ist weiterhin intakt, eine Bodenbildung ist beim deutschen Leitindex noch nicht zu erkennen. Vorsicht bleibt für Anleger also das Gebot der Stunde.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Auch in den vergangenen beiden Wochen kannte der Deutsche Aktienindex nur eine Richtung - die gen Süden. Dabei kam er seinem bisherigen Jahrestiefstand von 4 014 Punkten vergangene Woche bedrohlich nah. Letzten Endes konnte dieser aber verteidigt werden. Vor dem Hintergrund, dass die US-Aktienindizes ihre Jahrestiefstände bereits unterschritten, ist dieser Umstand besonders konstruktiv zu bewerten. Entsprechend fallen auch die Ergebnisse der Handelsblatt Sentimentumfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank aus. Die Stimmungsindizes für die kurzfristige, als auch mittelfristige Sichtweise verlieren deutlich.

Im kurzfristigen Zeitfenster notiert der Stimmungsindex bei nur noch-21 Prozent und damit recht nahe seinen historischen Tiefständen von-34 Prozent Mitte März und Mitte November diese Jahres. Im Sinne der gegensätzlichen Meinung sind diese Werte zunächst einmal positiv zu werten. Zumindest deuten sie aus sentimenttechnischer Sicht eine große Chance einer Zwischenerholung an - ähnlich wie bereits am Tiefpunkt vom 24. Oktober 2008. Seinerzeit legte der Deutsche Aktienindex von nahezu 4 000 Punkte auf mehr als 5 250 Punkte in der Spitze zu.

Doch wie bereits mehrfach an dieser Stelle erwähnt: Vorsicht bleibt nach wie vor das Gebot der Stunde. Denn, die seit langer Zeit an dieser Stelle beschriebene und erwartete Kapitulationsstimmung im mittelfristigen Sentiment bleibt immer noch aus.

Der Stimmungsindex für die mittelfristige Sichtweise verliert zwar auch deutlich - von 32 auf immerhin 18 Prozent - doch es wurden bereits Extremwerte von 3 Prozent gemessen. Im Grunde deutet die mittelfristige Sichtweise der befragten Leser auf eine immer noch recht hohe Zuversicht hin. Und solange hier kein nachhaltiger Stimmungseinbruch zu vermerken ist bleibt eine gesunde Portion Skepsis angebracht.

Aus technischer- und sentimenttechnischer Sicht dürfte der Dax noch nicht zu Ende konsolidiert haben. Der übergeordnete Abwärtstrend ist weiterhin intakt - eine Kapitulationsstimmung haben wir in den strategischen Sentimentwerten immer noch nicht gesehen.

Zwischenerholung ja, eine nachhaltige Bodenbildung offensichtlich noch nicht, lautet das Fazit.

Die Partnerumfrage von animusX-Investors Sentiment (www.animusx.de) stellt in ihrer jüngsten Studie übrigens fest, dass die durchschnittlichen Shortengagement der institutionellen Investoren übermäßig hoch sind - diese also auf weiter fallende Kurse eingestellt sind. Eine Gegenbewegung könnte hier eine gewisse "Not" erzeugen. Entsprechend den berechneten Einstiegskursen - den so genannte Referenzpunkten - dürfte die Reissleine ab 4 210 Punkte gezogen werden. Ein Glattstellen von Shortpositionen würde dem Markt also zusätzlichen Auftrieb bescheren - eine klassische Nöterallye, die durchaus 20 bis 25 Prozent bringen kann.

Der Autor, Thomas Theuerzeit, ist Technischer Analyst bei Postbank - Financial Markets Research

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