Dax sollte nicht zu technologielastig werden
Adidas-Zahlen unter Damoklesschwert der Börse

Reuters MÜNCHEN. Einen Tag vor der möglichen Entscheidung über den Verbleib im Deutschen Aktienindex (Dax) will der Sportartikelhersteller adidas AG-Salomon am Montag auf der Münchener Sportmesse ispo seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2000 vorlegen. Von den großen Sportereignissen des Jahres, der Fußball-Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden sowie den Olympischen Spielen in Sydney, kann adidas nach Einschätzung von Analysten nur wenig profitieren. Sie sagen einen Rückgang beim Vorsteuerergebnis für die ersten sechs Monate von 18 % voraus. Auch beim Aktienkurs zeigte der Trend in den vergangenen Wochen nach unten. Seit dem Zwischenhoch Ende April fielen die Titel um mehr als 20 % auf zuletzt 56 Euro.

Im Mittel ihrer Schätzungen sehen Analysten das Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr bei 138 (Vorjahr: 163) Mill. und den Umsatz bei 2,747 (2,584) Mrd. Euro. Für das ganze Jahr hatte der designierte Vorstandschef Herbert Hainer 2 % mehr Umsatz, auf Grund eines 75 Mill. DM teuren Effizienz- und Wachstumsprogramms jedoch 20 % weniger Gewinn nach Steuern angekündigt.

Der positive Einfluss von Olympia werde sich in Grenzen halten, erwartet Analyst Philipp Frey von der DG Bank in Frankfurt. "Das sind wiederkehrende Ereignisse. Viel wichtiger ist, dass adidas seine Produktpalette in den Griff bekommt." Auch Marcus Reck von der HypoVereinsbank sieht den Olympia-Effekt eher langfristig. Auf den laufenden Umsatz wirke sich dies mit höchstens 1 % aus. Entscheidend sei am Montag, ob sich im US-Geschäft Besserung für adidas abzeichne.

Am Dienstag will die Deutsche Börse über mögliche Auswechslungen im Dax beraten. Adidas zählt aufgrund eines geringen Marktwertes zu den potenziellen Kandidaten für eine Herausnahme aus dem Kursbarometer. Aktionärsvertreter hatten auf der Hauptversammlung im Mai bereits entsprechende Befürchtungen geäußert. Finanzchef Robin Stalker hatte damals beschwichtigt, die Börse werde darauf achten, dass der Dax nicht zu technologielastig werde.

"Wir sind unterbewertet, aber das trifft die ganze Branche", sagte adidas-Sprecher Peter Csanadi in Herzogenaurach zu dem Kursrückgang. Analyst Frey hält die Chancen für adidas, seinen Platz im Dax zu behaupten, für "gar nicht so schlecht". Für das Unternehmen spreche der relativ hohe Streubesitz. "Das sieht ziemlich schlecht aus", meint dagegen HypoVereinsbank-Analyst Reck. Die Zugehörigkeit zum Index sei allerdings so bedeutend nicht: "Als adidas in den Dax hinein kam, hat die Aktie auch nicht zugelegt." Eine Analystin, die nicht genannt werden will, ist pessimistischer: "Wenn sie rausfallen, ist die Aktie für längere Zeit tot.

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