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Dax stabilisiert sich - Wieder Verluste am Neuen Markt

Standardwerte haben bis Dienstagmittag wieder zugelegt - Daimer-Chrysler führt den Dax mit Kursgewinnen an.

Reuters FRANKFURT. Der deutsche Aktienindex Dax hat sich am Dienstag aufgrund von Erholungsanzeichen im späten US-Börsenhandel von den deutlichen Vortagesverlusten erholt und auf Vortagesniveau stabilisiert. Vor der US-Börseneröfnung am Dienstag halten sich die Investoren aber nach Angaben von Händlern wegen der als unsicher eingeschätzten Lage zurück. Der Deutsche Aktienindex Dax lag gegen 14.45 Uhr MESZ nahezu unverändert gegenüber dem Vortagesschluss bei 6678,76 (minus 0,03 %). Der Neue Markt büßte dagegen 0,9 % ein und notierte bei 4279 Punkten. Die trendbestimmenden US-Futures signalisieren einen behaupteten Handelsauftakt an der Wall Street.

"Die Angst ist immer noch vorhanden", sagte ein Händler. Obwohl sich die deutschen Märkte am Dienstag erholt hätten, sei es noch zu früh, jetzt schon einen Aufwärtstrend zu erwarten. Der weitere Verlauf an den deutschen Börsen hänge von der Wall Street ab. Sollte sich in den USA eine Erholung abzeichnen, werde sich dies auch in Deutschland positiv auswirken. Umgekehrt würde ein Abwärtstrend in den USA auch die deutschen Märkte nach unten ziehen, hieß es.

Von den 30 Dax-Werten notierten 16 im Plus und 14 im Minus. An der Spitze der Gewinner lagen Daimler-Chrysler mit einem Plus von 4,4 %. Als Begründung nannten Händler eine Kaufempfehlung für die Aktie von Credit Suisse First Boston. Ebenfalls zu den Gewinnern zählte Siemens mit einem Plus von 2,4 %. Der Münchener Konzern will nach eigenen Angaben mit Investitionen von zunächst rund einer Milliarde Euro die Internet-Vernetzung des Unternehmens vorantreiben. Vom Einkauf bis zu Vermarktung, Entwicklung und Controlling würden künftig alle Prozesse elektronisch ablaufen, heiß es.

Neuer Markt muss wieder Federn lassen

Die Verlierer wurden von der Deutschen Bank mit einem Minus von 3,1 % angeführt, die bereits am Montag schwächer tendiert hatten. Als Gründe nannten Händler Spekulationen, wonach das Unternehmen beim Verkauf seines Kabelnetzes geringere Erlöse als erwartet erzielen könnte sowie Gerüchte über Verluste bei so genannten Junk-Bond-Geschäften (hochverzinsliche Schuldverschreibungen geringer Bonität).

Ebenfalls im Minus lagen Eon mit einem Verlust von 1,3 %. Der Energiekonzern hatte am Morgen die Stilllegung des Kernkraftwerks Stade und weiterer Anlagen bis angekündigt. Die Stilllegungen belasteten den Gewinn im Jahr 2000 mit rund 400 Mill. DM. Durch den Preisverfall auf dem deutschen Strommarkt werde das Betriebsergebnis von E.ON Energie um rund 30 % zurückgehen, hieß es.

Der Frankfurter Neue Markt hat im weiteren Handelsverlauf wieder Federn gelassen. Nach dem die nur moderaten Verluste der Nasdaq auf eine Stabilisierung der Technologiewerte hoffen ließen, eröffneten auch die Frankfurter Wachstumswerte mit festen Notierungen. Beide Indizes drehten aber nur eine Stunde nach Handelsbeginn wieder ins Minus und nahmen damit die Talfahrt der vergangenen Tage wieder auf. Der Nemax 50 gab bis 13.55 Uhr 1,70% auf 4.482,21 Punkte ab. Der Nemax-All-Share verlor 0,79% auf 4.306,03 Zähler.

Knut Strippel, Händler der West LB, glaubte, dass sich die Nervosität der Neuen-Markt-Werte noch bis zum Handelsschluss fortsetzen wird. In den letzten Tagen sei "sehr viel Porzellan zerschlagen worden. Für eine dauerhaftere Stabilisierung brauchen wir eine wirklich gute Woche an der Nasdaq", sagte der Börsianer.

Nach Meinung des West-LB-Experten werden die Quartalsergebnisse von Yahoo! und Motorola die Schlüsselereignisse für die Wachstumswerte sein. Beide Unternehmen wollen nach Börsenschluss in New York berichten. "Wenn die Zahlen wirklich gut sind, könnte es auch in Frankfurt noch einmal um 5 bis 10 % nach oben gehen", sagte Strippel. Jede Enttäuschung der beiden großen US-Unternehmen werde die Stimmung dagegen weiter nach unten ziehen, so Strippel.

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