Dax und Dow schnellen nach oben
Anleger spekulieren auf einen kurzen Irak-Krieg

Ein immer näher rückender Krieg gegen den ölreichen Golf-Staat Irak hat den deutschen Aktienmarkt am Montag in Atem gehalten und parallel zu den steigenden US-Börsen schließlich zu deutlichen Kursgewinnen geführt.

HB/rtr/vwd FRANKFURT. Deutschlands wichtigster Börsen-Index Dax stieg bis zum Nachmittag um rund vier Prozent auf 2 501 Punkte. "Der baldige Ausbruch eines Krieges wird immer wahrscheinlicher", so ein Händler. Damit werde die Unsicherheit zunehmend von der Börse genommen. "Die Leute schließen ihre Short-Positionen", sagte Isabel Fernandez von der Bankgesellschaft Berlin.

Händler sagten, der Markt spekuliere auf einen kurzen Irak-Krieg. Nach einem Krieg werde die Unsicherheit aus dem Markt wieder weichen und sich der Dax weiter erholen, so das Szenario vieler Börsianer. Eine derartige Kursrally könne den Dax kurzfristig bis auf 2 800 Punkte hieven, hatte der Aktienstratege Werner Bader von der LB Baden-Württemberg jüngst gesagt.

Auch an den anderen europäischen Börsenplätzen ging es am Montagnachmittag deutlich aufwärts. Nach Aussage von Aktienhändlern beginnt die Unsicherheit zu weichen, die seit November die Märkte beherrscht habe. Die Anleger strömten in Scharen an den Markt zurück, hieß es in Paris. Der CAC-40-Index gewinnt 3,6 Prozent. Am Londoner Aktienmarkt rückt der FTSE-100-Index um 3,4 Prozent vor. In Madrid gewinnt der Ibex-35-Index 2,6 Prozent. In Amsterdam klettert der AEX-Index um 4,5 Prozent. Der Swiss-Market-lndex (SMI) verzeichnet ein Plus von 2,9 Prozent. In Mailand legt der Mib-30-Index um 2,2 Prozent zu. Nur die Wiener Börse reagiert kaum auf die jüngste Entwicklung im Irak-Konflikt. Der ATX notiert kaum verändert.

"Die meisten spekulieren auf eine ähnliche Reaktion wie zu Beginn des Golfkriegs 1991, also auf eine Reflex-Rallye, weil sich die Unsicherheit auflöst", sagte der Chefvolkswirt der Hamburger Privatbank M.M. Warburg, Carsten Klude. Helaba-Aktienstratege Christian Schmidt warnte: "Es ist aus meiner Sicht nicht legitim, einfach die Parallele zu 1991 zu ziehen, weil die wirtschaftlichen Rahmendaten wesentlich schlechter sind als damals. Deswegen bleibt zu befürchten, dass die Erholung nicht nachhaltig sein wird."

US-Präsident George W. Bush wird nach Angaben des US-Präsidialamtes am Montagabend (Ortszeit) eine Rede an die Nation halten und darin Iraks Präsident Saddam Hussein auffordern, zur Vermeidung eines Krieges Irak zu verlassen. In den USA zogen die Aktienmärkte kräftig an und machten in kurzer Zeit rund 250 Punkte gut.

Auch der Euro machte am Nachittag ein Kehrtwende. Der Kurs der Gemeinschaftswährung fiel im Verlauf des Nachmittags unter 1,07 $, nachdem er noch am späten Mittag deutlich über 1,08 $ gelegen hatte. Händler führten die starken Bewegungen auf die politische Entwicklung zurück. An den Märkten verdichte sich die Erwartung, dass ein Irak-Krieg unmittelbar bevorstehen könne. Dies stütze den Dollar und bringe Fantasie in den Aktienmarkt, hieß es.

Marktbericht: Dax

Marktbericht: Dow Jones

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