Dax und Nemax im Minus
Börsen warten auf Greenspan-Signal

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch nach den vorsichtigen Ausblicken von führenden Technologieunternehmen wie Intel schwächer präsentiert. Die Anleger seien weiterhin nervös und würden Engagements scheuen, sagten Händler.

rtr FRANKFURT. "Sobald sich eine kleine Korrektur nach oben andeutet, sind wieder Verkäufer im Markt", sagte Christian Schmidt, Händler bei der Helaba. Vor der Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan am Nachmittag habe der Markt kaum Potenzial für einen Anstieg. Im Mittelpunkt lagen die Aktien der im MDax gelisteten Bäckereikette Kamps nach einer Gewinnwarnung.

Bis zum Mittag lag der Dax um 1,4 Prozent tiefer bei 5765 Punkten. Der Neue Markt zeigte sich ebenfalls von den schwachen Ausblicken großer Technologiefirmen belastet. Der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share gab um rund ein Prozent auf 1205 Punkte nach, die im Nemax 50 zusammengefassten Blue Chips fielen um 0,4 Prozent auf 1142 Zähler.

"Es ist einfach, zu verkaufen. Zum Kauf braucht es aber Mut. Und davon gibt es derzeit keinen im Markt", sagte ein Händler. Nachdem der Dax die Marke von 5800 Punkten nach unten durchbrochen habe, werde nun das Niveau von 5700 bis 5600 Punkten angetestet, hieß es.

Die Rede von Fed-Präsident Greenspan am Nachmittag (16 Uhr MESZ) sei ein wichtiger Faktor für den weiteren Verlauf. Die von der Rede erhofften optimistischen Töne seien aber bereits eingepreist, sagte Schmidt. "Die Gefahr, dass die Impulse nicht so positiv ausfallen wie erhofft, ist deshalb groß." Nach Ansicht von Analysten wird Greenspan einmal mehr betonen, die Inflation sei unter Kontrolle und kein Hindernis für die Fed, die mit sechs Zinssenkungen in diesem Jahr die Konjunktur zu beleben suchte. Mit einem deutlichen Versprechen weiterer aggressiver Zinssenkungen werde er allerdings nicht aufwarten.

Ein Problem für die weitere Marktentwicklung sei das andauernde Abwarten der Anleger, sagte Simon Rose, Händler bei KBC Bank Deutschland. "Jedes Mal, wenn etwas passiert, warten sie auf das nächste. So kriegt der Markt nie genügend Schwung nach oben."

Am Dienstag hatten nach Börsenschluss die US-Konzerne Intel und Apple Quartalszahlen präsentiert und vorsichtige Ausblicke auf die folgenden Quartale und Brachenentwicklung gegeben. "Die Zahlen an sich sind nicht schlecht, aber die Aussichten sind ein bißchen unsicher", sagte Rose. Der niederländische Halbleiterhersteller ASML hatte am Morgen mitgeteilt, einen Aufschwung in der Branche erst im zweiten Halbjahr 2002 zu erwarten. Dies ist ein späterer Zeitpunkt als von manchen ASML-Konkurrenten vorher gesagt. Die Aktien des deutschen Konkurrenten Infineon fielen um ein halbes Prozent auf 25,88 Euro.

Die Papiere von Siemens verbuchten ebenso Verluste wie die von SAP, Deutsche Telekom und Epcos. Mit MAN, Lufthansa und Adidas konnten nur drei der dreißig Dax-Werte Kurszuwächse verzeichnen.

Die Papiere mit dem zweithöchsten Umsatz waren am Mittwoch die der im MDax notierten Bäckereikette Kamps. Die Firma hatte am Morgen mitgeteilt, ihr Ertragsziel für das Gesamtjahr 2001 von 130 Millionen Euro nicht zu erreichen. Die Papiere verloren in der Spitze um rund 40 Prozent und markierten bei 6,30 Euro ein Jahrestief. Bis zum Mittag erholten sie sich leicht, notierten mit 7,27 Euro aber immer noch über 30 Prozent unter ihrem Schlusskurs vom Dienstag. Der MDax gab bis dahin um 0,68 Prozent auf 4641 Punkte nach.

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