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Dax unter Druck

Eine anhaltend schlechte Stimmung im Hochtechnologiesektor und Kursverluste bei den Finanztiteln haben nach Händlerangaben die deutschen Aktienmärkte am Mittwoch belastet.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss um 0,68 % niedriger auf 6015,72 Punkten. Im Verlauf war der Dax kurzzeitig sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Zählern gefallen. Börsianer sagten, die Flut an negativen Unternehmensnachrichten vom Dienstag habe die Technologiewerte weiter unter Druck gesetzt. Größter Verlierer im Dax waren die Aktien von Infineon mit einem Kursabschlag von 5,5 % auf 27,50 ?. Händler begründeten die Talfahrt der Aktie mit der bevorstehenden Kapitalerhöhung.

Insgesamt seien die Handelsvolumina angesichts der Ferienzeit relativ "dünn" ausgefallen, sagte ein Börsianer. Außerdem hätten Impulse von den US-Börsen gefehlt, die an diesem Mittwoch wegen eines Feiertages geschlossen blieben. Am Neuen Markt gab der Nemax-All-Share um 1,4 % auf 1423 Zähler nach.

Neben Infineon standen auch die anderen Hochtechnologie-Papiere auf den Verkaufslisten der Börsianer. Siemens verbilligten sich um 2,6 % und SAP um gut ein Prozent. Epcos-Aktien ließen zwei Prozent Federn. Gewinnwarnungen von US-Softwareunternehmen sowie enttäuschende Nachrichten von mehr als zwei Dutzend weiteren US-Technologieunternehmen vom Vortag sorgten Börsianern zufolge für eine anhaltend trübe Stimmung im Hochtechnologiesektor.

Die Aktien der Deutschen Telekom büßten 0,4 % auf 27,0 ? ein. Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust, sprach von wieder aufkeimenden Ängsten, dass der Rückfluss von Aktien aus den USA im Zuge des VoiceStream-Kaufs doch nicht vorbei sei. Er verwies auf den Verkauf des Vodafone-Anteils durch die spanische Bank BSCH. Zudem hatte sich die SITA Foundation von rund 13 Mill. Aktien an France Telecom getrennt. "Dadurch kommen erneut Bedenken auf, dass sich auch die US-Aktionäre, die im Rahmen der VoiceStream- Übernahme Telekom-Aktien erhalten haben, diese wieder verkaufen."

Unter Abgabedruck standen auch die Aktien der Commerzbank. Händler führten den Abschlag darauf zurück, das das US-Investmenthaus J.P. Morgan seine Gewinnschätzung je Aktie für die Commerzbank gesenkt habe. Der Bankentitel verringerte sich um 3,3 % auf 28,90 ?. Überdurchschnittliche Kursverluste verbuchten auch die anderen Finanztitel im Dax. Händler sagten, dass viele Marktteilnehmer nicht mehr mit einer Zinssenkung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag rechneten. Dies habe den Sektor belastet.

Dresdner Bank - und Allianz-Aktien ragten ebenfalls auf der Verliererseite heraus. Die Entscheidung der europäischen Wettbewerbsbehörde über die Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz wird nach Angaben des Versicherungskonzerns elf Tage später fallen als geplant. Die Europäische Union (EU) wolle erst am 20. Juli und nicht wie anvisiert am 9. Juli entscheiden, sagte ein Allianz Allianz-Aktien-Sprecher. sanken um 1,1 %, die Papiere der Dresdner um 0,5 %.

Gegen den Markttrend entwickelten sich die Aktien von BASF, was Händler unter anderem auf die Mitteilungen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) zurückführten. Danach war der Gesamtumsatz der deutschen Chemie-Industrie im ersten Halbjahr um 5,2 % gestiegen. Zudem teilte der VCI mit, man gehe davon aus, dass die Talsohle der Chemiekonjunktur nun erreicht sein dürfte. Allerdings nahm der Verband seine Prognosen für das Gesamtjahr zurück. BASF-Papiere verteuerten sich um 0,9 %.

Ein möglicherweise bevorstehender Verkauf der Henkel-Tochter Cognis gab nach Händlerangaben den Aktien des Chemie- und Konsumgüterherstellers Auftrieb. Die Henkel-Papiere legten um 3,4 % auf 71,07 ? zu. Aus Bankenkreisen hieß es, das britische Unternehmen Schroder Venture werde als voraussichtlicher Gewinner der Auktion um die Spezialchemie-Sparte Cognis gehandelt. Ein Sprecher von Henkel sagte, dass man derzeit Gespräche führe, aber es für detaillierte Informationen noch zu früh sei. Henkel-Chef Ulrich Lehner hatte zudem eine Steigerung des Auslandsanteils am Konzernumsatz angekündigt.

Der MDax büßte 0,28 % auf 4794,87 Punkte ein.

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