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Dax vor EZB-Zinsentscheid schwächer erwartet

Händler erwarten zunächst Gewinnmitnahmen nach dem starken Anstieg von gestern.

rtr FRANKFURT. Vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) dürften die deutschen Aktienwerte nach Einschätzung von Händlern am Donnerstag zunächst schwächer eröffnen. "Nach dem starken Zuwachs von mehr als drei Prozent gestern, werden heute bestimmt ein paar Gewinne mitgenommen", sagte ein Frankfurter Händler. Auch dürfte der Markt den äußerst schwachen Verlauf der US-Börsen nach Frankfurter Börsenschluss nachzeichnen, hieß es. Im Vorfeld der Ratssitzung der EZB am Mittag dürfte sich der Gesamtmarkt allerdings eher richtungslos präsentieren. Anlegerinteresse könnten die Aktien der Deutschen Post auf sich ziehen, nachdem das Unternehmen am Morgen Quartalszahlen im Rahmen der Erwartungen vorgelegt hatte.

Vorbörslich lag die Indikation der Citibank für den Deutschen Aktienindex (Dax) bei 4844 Punkten, nach einem Schluss von 4860 Zählern am Mittwoch. Die Deutsche Bank berechnete den Index vor Handelsstart mit 4840 Zähler, das Handelshaus Lang & Schwarz mit 4830 Punkten. Das wichtigste deutsche Kursbarometer hatte am Vortag einen Zuwachs von 3,25 % verbucht. Nach Börsenschluss in Deutschland hatten die New Yorker Börsen ihre Gewinne allerdings deutlich abgebaut. Während der Technologieindex Nasdaq gegen 20.00 Uhr (MEZ) noch ein Plus von 1,4 % verzeichnet hatte, ging er lediglich mit einem Zuwachs von 0,13 % auf 1837 Zählern aus dem Handel. Der Dow-Jones-Index rutschte bis Handelsschluss um 0,4 % auf 9554 Punkte ins Minus. Die Anleger seien geteilter Meinung über den weiteren Ausblick für die US-Konjunktur und wägten negative Unternehmensnachrichten gegen die jüngsten Produktivitätsdaten und die erhoffte Wirkung der Leitzinssenkungen ab, sagten Börsianer. Bis zum Zinsentscheid der EZB gehen Händler von einem richtungslosen Verlauf des Marktes aus. Mittlerweile rechnet eine zunehmende Zahl von Volkswirten mit einer Zinssenkung in der Eurozone von 50 Basispunkten. Einem Händler zufolge ist eine Reduzierung der Leitzinsen um 25 Basispunkte bereits in den Aktienkursen eingepreist. "Einige spekulieren nun auf eine Senkung um 50 Basispunkte", sagte ein Börsianer. Sollten die Zentralbanker um 25 Basispunkte senken, werde seiner Einschätzung zufolge die Reaktion des Marktes verhalten ausfallen. Eine Reduzierung um 0,5 % könnte dem Markt Aufwärtsimpulse verleihen. Anlegerinteresse könnten die Aktien der Deutschen Post auf sich ziehen, nachdem das Unternehmen zuvor im Rahmen der Erwartungen liegende Geschäftszahlen vorgelegt hatte. "Die Zahlen lagen am oberen Ende, das dürfte sich positiv auf den Kurs auswirken", sagte ein Händler. Der Energiekonzern E.ON verhandelt nach eigenen Angaben mit der norwegischen Norsk Hydro über den Verkauf seiner Tochter VAW Aluminium. Die Verhandlungen könnten sich über mehrere Monate hinziehen, hieß es. Zuletzt hatte es noch geheißen, ein von E.ON vorgelegtes Finanzmodell für den VAW-Verkauf an den Investor CVC sei vom Düsseldorfer Finanzamt abgelehnt worden. Medienberichten zufolge hatte sich E.ON mit der CVC auf einen Kaufpreis von rund 2,3 Mrd. ? zuzüglich Finanzschulden von knapp 500 Mill. ? geeinigt.

Veränderungen im MDax zum 27. Dezember kündigte die Deutsche Börse am Mittwochabend an. Demnach werden aus Gründen eines zu geringen Streubesitzes die Papiere der Bankgesellschaft Berlin, von Bewag und FAG Kugelfischer aus dem Index für die mittelschweren Werte herausgenommen. Für diese Werte rückten Gildemeister, Loewe und Zapf Creation in den Index auf.

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