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Dax zeigt sich nach US-Vorgaben gemischt

Ein Kursrutsch bei Technologiewerten habe bis zum Mittag von einem Plus bei Pharma- und Finanzwerten fast ausgeglichen werden können, sagten Händler.

rtr FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben sich am Donnerstag Händlern zufolge im Sog der schwachen Vorgabe aus den USA und eines noch offenen Ausgangs der dortigen Präsidentenwahl gemischt präsentiert. Ein Kursrutsch bei Technologiewerten habe bis zum Mittag von einem Plus bei Pharma- und Finanzwerten fast ausgeglichen werden können, sagten Händler. Der Deutsche Aktienindex Dax notierte 0,05 % im Minus auf 7005 Punkten. "Insgesamt haben wir einen zweigeteilten Markt", sagte ein Händler. Die reine Trennung von Technologie- und Standardwerten könne allerdings nicht mehr lange aufrecht erhalten werden.

Zusätzlich drücke die Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentenwahl in den USA die Stimmung bei den Anlegern. Wegen des unerwartet knappen Ausgangs der Abstimmung am Dienstag in Florida muss dort eine Nachzählung vorgenommen werden. Das Ergebnis in diesem Bundesstaat ist entscheidend dafür, ob der Republikaner George W. Bush oder der Demokrat Al Gore nächster US-Präsident wird.

Ein Händler sagte, der Markt in Deutschland sei eine schöne Kopie dessen, was die USA dem Markt als Vorgabe geliefert habe. Der US-Aktienmarkt hat am Mittwoch bei Zurückhaltung der Anleger wegen des unsicheren Ausgangs der Präsidentenwahl schwächer geschlossen. Technologie-Aktien gerieten dabei nach Angaben von Händlern durch Sorgen um negative Folgen eines schwächeren Wirtschaftswachstums auf die Unternehmensgewinne unter Druck. Während der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte lediglich um 0,41 % schloss, fiel der technologielastige Nasdaq-Index um 5,39 %.

Der S&P-Future deutete zur Mittagszeit MEZ mit einem leichten Plus von 2,3 Punkten und der Nasdaq-Future mit plus 30 Punkten auf eine freundlichere Eröffnung an der Wall Street hin.

Auf der Verliererseite im Dax ragten die Technologiewerte hervor. Ein Händler sagte, solche Titel seien in den vergangenen Monaten zu stark gewichtet worden. Diese Übergewichtung werde nun abgebaut, ab Ende des Jahres dürften Technologie- und Standardwerte dann wieder parallel laufen. An der Spitze der Verliererliste standen die Titel von SAP mit einem Minus von 3,81 %. Gefolgt von Siemens (minus 3,32 %), Epcos (minus 3,16 %) und Infineon (minus 2,24 %). Einzige Ausnahme war die Aktie der Deutschen Telekom, die gegen den Trend der Tech-Werte um 1,59 % auf 42,30 Euro anzog.

Ebenfalls im Abwind lagen die Titel von BASF mit 2,96 %. Der Chemie- und Pharma-Konzern BASF hatte am Morgen mitgeteilt, im dritten Quartal seinen Betriebsgewinn und den Umsatz gesteigert zu haben. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen sei um 10,4 % auf 765 Mill. Euro gestiegen. Der Umsatz habe sich um 27 % auf 9,196 Mrd. Euro erhöht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt ein höheres Ergebnis, aber einen geringeren Umsatz erwartet. "Die Zahlen waren keine Überraschung, aber auch nicht besonders erbaulich", sagte ein Händler.

Zulegen konnten die Titel von Schering und Fresenius Medical Care um je drei und 1,96 %. Händler sagten, Investoren, die ihre Positionen in Technologietiteln abbauten, engagierten sich mitunter in solchen Werten. Beide Gesellschaften hatten Anfang der vergangenen Woche Geschäftszahlen veröffentlicht, die Händlern zufolge recht positiv im Markt aufgenommen worden seien. Der für die Nebenwerte maßgebliche MDax gab um 0,64 % auf 5037 Punkte ab, am Neuen Markt rutschten die Kurse indes um durchschnittlich 3,14 %.



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