Dax zeitweise zwei Prozent im Plus
Deutsche Telekom bestes Dax-Papier

Nach der Bekanntgabe von Geschäftszahlen des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia haben die deutschen Standardaktien am Dienstag freundlich geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Die Sorge um schlechte Nachrichten von Nokia sei nun aus dem Markt, nachdem die Prognosen des finnischen Unternehmens im Rahmen der Markterwartungen ausgefallen seien, sagte Aktienstratege Giuseppe Amato vom Wertpapierhaus Lang & Schwarz. Nokia hatte am Vormittag seine Umsatzprognose für das zweite Quartal zwar erneut gesenkt, die Gewinnziele jedoch bekräftigt.

Die Aktie der Deutschen Telekom führte indes mit Kursaufschlägen von zeitweilig knapp sechs Prozent die Gewinnerliste im Deutschen Aktienindex (Dax) an. Am Neuen Markt wurden die Papiere von Mobilcom vom Handel ausgesetzt. France Telecom hatte zuvor ein Kooperationsabkommen gekündigt.

Der Dax schmälerte unterdessen im Sog fallender US-Märkte seine Gewinne und ging mit einem Zuwachs von lediglich 0,4 Prozent auf 4606 Stellen aus dem Handel, nachdem er zuvor auf bis zu 4686 Punkte gestiegen war.

Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 verlor 2,8 Prozent auf 712 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag bei Handelsschluss 0,2 Prozent im Plus bei 4226 Zählern.

An den Börsen in New York gaben die Kurse nach einem zunächst freundlichen Verlauf nach. Bei Börsenschluss in Frankfurt notierte der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent schwächer bei 9625 Stellen. Der Technologie-Index Nasdaq gab indes um 0,5 Prozent auf 1523 Stellen nach. "Wir brauchen noch weitere Ergebnisse zum zweiten Quartal, damit sich der Markt sicher sein kann", kommentierte ein Händler in den USA die nachgebende Tendenz. Im frühen Geschäft hatten die Nachrichten von Nokia noch für steigende Kurse gesorgt.

Nokia hatte am Vormittag mitgeteilt, im zweiten Quartal mit einem Umsatzminus von zwei bis sechs Prozent zu rechnen. Grund sei die schwache Nachfrage bei Handys und Mobilfunk-Netzwerken. Das Ziel eines Pro-Forma-Gewinns von 0,18 bis 0,20 Euro je Aktie werde aber erfüllt. Beim Handy-Absatz rechnet der Weltmarktführer für das zweite Quartal mit einem Plus von bis zu vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach dieser Geschäftsprognose setzten Händlern zufolge am deutschen Markt umgehend Deckungskäufe ein. Zuvor hätten Anleger Aktien leer verkauft. Damit spekulieren Marktteilnehmer auf fallende Kurse. Wenn der Kurs wie erwartet fällt, kaufen sie die Papiere zu dem günstigeren Kurs am Markt ein und machen so Gewinn.

Favorit der Anleger waren die Aktien der Deutschen Telekom, die um 4,3 Prozent auf 10,65 Euro stiegen. "Die Aktie ist in der letzten Zeit stark geshortet (leerverkauft) worden und nachdem die Nokia-Nachrichten aus dem Weg sind, werden die Papiere jetzt zurückgekauft", kommentierte ein Börsianer die Aufwärtsbewegung. In den vergangenen vier Wochen hatte das Papier mehr als ein Viertel an Wert verloren und war am Freitag auf ein Allzeittief von 10,06 Euro gefallen.

Auf der Gewinnerseite standen zunächst auch die Technologiewerte, wobei im weiteren Verlauf einige Titel in die Verlustzone rutschten. Siemens gaben um 0,2 Prozent auf 63,14 Euro nach, Infineon verloren mehr als ein Prozent auf 16,65 Euro. Epcos verbuchten derweil einen Zuwachs von knapp zwei Prozent auf 38,60 Euro, SAP schlossen um 0,2 Prozent fester bei 112,17 Euro.

Deutlich fester präsentierten sich die Aktien von DaimlerChrysler, die um 2,3 Prozent auf knapp 50,43 Euro zulegten. Am Vortag hatten die Aktien nach einem Absatzrückgang der Marke Mercedes-Benz im Mai stark unter Druck gestanden.

Im MDax stiegen die Aktien von ProSiebenSat.1 um 3,2 Prozent auf 10,62 Euro. Händlern zufolge profitierten die Titel von der möglichen Insolvenz zweier weiterer wichtiger Teile des Kirch-Konzerns, der Dachgesellschaft Taurus-Holding und der Tochter Kirch-Beteiligungen. Die Anleger hofften nun auf eine Bereinigung der Besitzverhältnisse bei der ebenfalls zum Konzern gehörenden TV-Senderkette.

Die Aktien des am Neuen Markt gelisteten Mobilfunkanbieters Mobilcom wurden am frühen Abend vom Handel ausgesetzt. Zuvor waren die Papiere um mehr als 46 Prozent auf 7,29 Euro gefallen, nachdem der Großaktionär France Telecom mitgeteilt hatte, die Kooperationsvereinbarung mit dem Mobilfunkanbieter zu kündigen. Mobilcom wies am Abend die Beendigung des Kooperationsabkommens als grundlos zurück.

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