Archiv
Dax zum Wochenausklang schwächer erwartet

Die Kursverluste in den USA dürften auch die deutschen Werte ins Minus ziehen. Unter Druck geraten könnte insbesondere die Aktie Gelb.

rtr FRANKFURT. Die deutschen Aktienwerte dürften am Freitag nach Einschätzung von Händlern die Vortagesgewinne teilweise wieder abgeben und schwächer eröffnen. "Das sieht schwarz aus für den Markt", sagte ein Börsianer mit Blick auf die deutlichen Kursverluste an den US-Börsen. Die Nachrichtenlage sei negativ und vor dem Wochenende sei deshalb mit Gewinnmitnahmen zu rechnen. "Vor allem Werte wie Daimler-Chrysler und Siemens dürften nach den Gewinnen gestern schwächer laufen", sagte der Börsianer. Unter Druck geraten könnte nach Händlereinschätzung die Post-Aktie, nachdem einem Zeitungsbericht zufolge dem Unternehmen Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe drohen.

Die Citibank berechnete den Deutschen Aktienindex (Dax) vorbörslich mit einem Abschlag von rund 1,3 % bei 4786 Punkten, nach einem Schluss von 4850 Zählern am Donnerstag. Die Indikationen der Deutschen Bank lagen bei 4785 Zählern, das Handelshaus Lang & Schwarz sieht den Index bei 4792 Punkten. Die Indikationen der Citibank für den Nemax50 lagen vor Handelsbeginn bei 954 Punkten, nachdem der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes bei 977 Zählern aus dem Handel gegangen war. Lang & Schwarz berechnete den Nemax50 mit 950 Punkten.

An den US-Börsen waren die Kurse nach deutschem Handelsschluss noch weiter ins Minus gerutscht. Vor allem die Technologiebörse verlor im späten Handelsverlauf mehr als zwei Prozent und schloss mit einem Abschlag von 3,34 % bei 1716 Punkten. Die reduzierte Gewinnprognose für den weltgrößten Chiphersteller Intel der Banc of America hatte nach Händlerangaben die Titel belastet. Der Standardwerte-Index Dow Jones verlor 1,07 % auf 9834 Punkte. Händlern zufolge dürfte die düstere Stimmung des US-Technologiesektors auch auf die deutschen die Tech-Werte überschwappen.

Mit Kursabschlägen sei den Angaben nach auch bei den Aktien der Deutschen Post zu rechnen. Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge drohen der Deutschen Post AG Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe. Danach wollen die Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen von dem Unternehmen fast eine Milliarde Euro für nicht abgeführte Mehrwertsteuer in den Jahren 1998 und 1999 verlangen. Schwächer könnten sich Händleraussagen zufolge auch die Finanzwerte präsentieren, Hintergrund seien die Finanzprobleme der angeschlagenen Mediengruppe Kirch.

Ein Bericht des "Handelsblatt" dürfte auch den Aktien des im MDax notierten Autovermieters Sixt Kursverluste bescheren, sagten Marktteilnehmer. Die britische Easygroup mit ihrer Autovermietung Easycar vielleicht schon 2003 mit Billigangeboten auf den deutschen Markt kommen. Anlegerinteresse könnten auch die Aktien von Heidelberger Zement nach der Vorlage von Geschäftszahlen auf sich ziehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%