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Deal perfekt: Time Warner verkauft Musiksparte

Der US-Medienkonzern hat den Verkauf an die Investorengruppe um Edgar Bronfman bestätigt. Und Mitbieter Emi schaut in die Röhre.

>p>rtr NEW YORK/LONDON. Der hoch verschuldete Konzern bekommt für seine Musiksparte 2,6 Mrd. Dollar. Käufer ist eine Investorengruppe um Ex-Seagram-Chef Edgar Bronfman Jr. Mit der Entscheidung für das Konsortium erleidet Mitinteressent Emi erneut eine Schlappe. Emi hatte für einen Teil des Geschäfts 1 Mrd. Dollar geboten. Bronfman hingegen kann sein Comeback in der Branche feiern.

Mit dem Korb für Emi verzichtet Warner Music, Heimat von Künstlern wie Madonna oder REM und weltweite Nummer vier der Branche, allerdings auch auf mögliche Synergien von bis zu 300 Mill. Dollar. Andererseits erhält die Konzernmutter, die mit 24 Mrd. Dollar verschuldet ist, einen deutlich höheren Preis und braucht sich nicht um wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kartellbehörden in den USA und Europa zu kümmern. Diese hatte in der Vergangenheit mehrfach geplante Fusionen in der Branche platzen lassen, wo angesichts massiver Konkurrenz von Internet-Musikbörsen der Konsolidierungsdruck wächst.

Bereits heute verfügen die größten fünf der Branche über 75 % Marktanteil. Erst vor kurzem hatte Sony Music in eine Fusion mit der Bertelsmann-Tochter BMG eingewilligt.

Die Time-Warner-Aktien notierten nach der Bekanntgabe mit 15,70 ? rund ein Prozent im Plus. Die Emi-Aktie, die bereits am Freitag kräftige Abschläge hatte hinnehmen müssen, verlor 0,3 %.

Der Abschluss war erwartet worden, nachdem Emi - Label von Künstlern wie den Rolling Stones, Radiohead oder Coldplay - den Rückzug angekündigt hatte. Es sei nicht möglich gewesen, eine akzeptable Vereinbarung mit Time Warner zu erreichen, teilte der Konzern in London mit. Analysten zufolge könnten die Briten nun selbst zum Übernahmeziel von Investoren werden, langfristig aber auch als Partner von Warner Music in Frage kommen.

In der Vergangenheit war Emi bereits einmal mit der Übernahme von Warner Music gescheitert, und der Versuch, die Musiksparte BMG von Bertelsmann zu kaufen, war wegen Bedenken der Kartellbehörden ebenfalls fehlgeschlagen. Time Warner und Emi kommen beide jeweils auf rund zwölf Prozent Marktanteil. Die Briten hatten bei ihrer Offerte allerdings nur auf eine Mehrheitsbeteiligung an Warner Music mit Labels wie Warner Bros., Atlantic oder Elektra gesetzt, dabei das Lizenzgeschäft aber außen vor gelassen.

Die Gruppe um Bronfman, der unter anderem die Beteiligungsgesellschaft Thomas H. Lee angehört, erwirbt hingegen auch diesen als stabil geltenden Geschäftsbereich. Der Time-Warner-Musikverlag Warner/Chappel hält beispielsweise die Rechte für Klassiker wie "Happy Birthday" oder "Rhapsody in Blue", die auf unzähligen Samplern vertrieben werden. Im Kerngeschäft sollen die Kosten zudem nun kräftig gedrückt und das Ergebnis verbessert werden.

Bronfman, der in der Vergangenheit Lieder für Celine Dion und andere Größen geschrieben hat, schafft mit der Übernahme sein Comeback in der Branche. Bekannt geworden ist der Medienunternehmer unter anderem als Verantwortlicher für die Übernahme von Polygram durch Universal Music, woraus die weltgrößte Plattenfirma entstand. Vor drei Jahren dann legte Bronfman sein Medienimperium mit der französischen Vivendi zusammen, mit der es jedoch bald bergab ging. Beim Versuch, Konzernteile später wieder zu übernehmen, unterlag Bronfman NBC.

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