DEB-Team hat Minimalziel erreicht
Kühnhackl schlägt nach Wackel-Start Krach

Hans Zach war ganz ruhig, aber ein anderer schlug Krach. "So kann man sich nicht auf eine WM vorbereiten. Der Verband und die Liga müssen endlich etwas unternehmen. Schließlich ist die Nationalmannschaft unser Aushängeschild", polterte Eishockey-Legende Erich Kühnhackl nach dem 5:4-Zittersieg gegen Japan.

HB/dpa HELSINKI. Mit dem fast sicheren Klassenverbleib hat die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Finnland das Minimalziel erreicht. Doch der holprige WM-Start löste auch beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) Besorgnis und Kritik an der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) aus.

Bei aller Erleichterung hat auch der Bundestrainer die Mängel seiner Mannschaft erkannt und fordert vor dem zweiten Gruppenspiel gegen die Ukraine an diesem Dienstag (15.00 Uhr/Premiere live) in Helsinki eine erhebliche Steigerung. "Ich hoffe auf einen Lernprozess. Wir müssen hart arbeiten, damit wir als geschlossene Einheit auftreten, und kompakt und konzentriert spielen. Dann ist ein Sieg möglich", sagte Zach.

Der zweifache Torschütze Sven Felski hakte die enttäuschende Leistung schnell ab und hofft auf Besserung: "Für den Auftakt war das ein wichtiger Sieg, der die Truppe zusammenschweißt." Tino Boos wollte den Eindruck nicht leugnen, "dass wir überheblich waren".Kapitän Jan Benda räumte ein, "dass wir selbst die Japaner stark gemacht haben".

Gegen die Asiaten, beim 9:2 voriges Jahr in Schweden nur ein Trainingspartner, war der fehlende Zusammenhalt als Folge einer unglücklichen Vorbereitung das große Manko. Sogar Meister-Torwart Robert Müller zeigte einige Unsicherheiten, ehe er im Schlussdrittel mit Glanzparaden eine Blamage verhinderte. "Zum Glück war Japan unser Gegner, ansonsten wäre das schief gegangen", sagte Kühnhackl, "ich hoffe, dass der DEB und die DEL ihre Lehren daraus ziehen und für eine optimale Vorbereitung sorgen. Am 26. April beginnt die WM und am 21. April war das letzte Playoff-Finalspiel - ein Unding."

Die Spieler aus Köln und von Meister Krefeld seien gar nicht bei der Sache gewesen, meinte der DEB-Rekord-Torschütze. Erst am Samstag hatten die acht Profis der Finalisten mit den anderen WM-Kandidaten trainiert, gegen Japan standen sie zum ersten Mal gemeinsam auf dem Eis. So gingen nach der frühen 3:0-Führung Konzentration und Teamgeist verloren. "Die Mannschaft hat geglaubt, dass Spiel ist aus. Das ist aber menschlich", sagte der Tölzer, "es fehlte die Bereitschaft, sich einzuordnen. Man kann nicht erfolgreich sein, wenn jeder was anderes macht."

Beim Montagstraining sprach Zach die vielen "leichtfertigen Fehler" an. "Gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner rennt man nach vorne und das Timing nach hinten stimmt nicht", kritisierte der Bundestrainer, der gegen die Ukraine den Berliner Oliver Jonas für Müller ins Tor stellt. Sportdirektor Franz Reindl machte sich derweil Gedanken, wie er die DEL zu mehr Kooperation bewegen kann, "denn so eine Vorbereitung auf die WM wie diesmal kann gefährliche Folgen haben. Da ist man schnell in der Abstiegsrunde."

Reindl fordert von der Liga, vor der Saison das Ende der Spielzeit verbindlich festzulegen und davon nicht, wie dieses Jahr, abzuweichen. "Am Ostersamstag sollte ursprünglich Schluss sein, dann kamen noch zwei Tage dazu", sagte der Delegationsleiter, "wir brauchen mindestens acht Tage Zeit vor der WM. Die Nationalmannschaft hat die Liga in den letzten Jahren nach oben gebracht, und jetzt ist sie der DEL offenbar gleichgültig."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%