DEB-Team verspielt seinen guten Ruf
Kommentar: System Zach hat sich überlebt

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist dabei, ihre gute Rolle auf internationalem Niveau zu verspielen. Der Bundestrainer wird sich bei einem möglichen Aus nach der Zwischenrunde Fragen nach seinen Nominierungskriterien gefallen lassen müssen.

Zwei Drittel hatten Deutschlands Eishockeyspieler um den überragenden Torwart Robert Müller geschickt gegen die übermächtigen Tschechen verteidigt und ein 1:1 gehalten. Doch dann brachten sie sich mit Fouls aus dem Konzept und wurden konfus. 1:5 verloren sie das letzte WM-Vorrundenspiel in Prag. "Dass wir am Ende so auseinander gefallen sind, ist mir unerklärlich", sagte Müller. "So etwas sollte nicht passieren." Ist es aber. Und das war charakteristisch für alle drei Vorrundenspiele. Es sind Dinge passiert, die den Deutschen in den zurückliegenden Jahren nicht passiert sind. Die Defensive wirkte schon zum Auftakt, beim 4:2 gegen Kasachstan, instabil und im Spiel nach vorn war wenig Kreativität zu entdecken.

In die Zwischenrunde werden nur Punkte mitgenommen, die gegen ebenfalls qualifizierte Teams errungen wurden. Deutschland geht nach dem Ausscheiden Kasachstans mit nur einem Zähler aus dem Lettland-Spiel (1:1) als Gruppenletzter in die Partien gegen Österreich, Kanada und die Schweiz. Das Team von Bundestrainer Zach, so scheint es, ist dabei, seine gute Rolle auf internationalem Niveau zu verspielen. Zwar ist es noch Siebter der Weltrangliste, doch der Respekt bei der Gegnerschaft hält sich nun in Grenzen. Österreichs Trainer Herbert Pöck sagt forsch, dass sein Team die Deutschen auf jeden Fall besiegen will. Was trotz zwei Niederlagen gegen Zachs Truppe in der WM-Vorbereitung nicht unmöglich scheint. Das System Zach hat sich wohl überlebt. Mit Kampfgeist und emsiger Defensivarbeit allein ist immer weniger zu gewinnen.

Zach wird sich bei Misserfolgen Fragen nach seinen Nominierungskriterien gefallen lassen müssen. Denn da hat er - besonders bei den Verteidigern - eher auf routinierte Spielertypen zurückgegriffen und manches Talent daheim gelassen. Sollte Deutschland nicht wie 2003 das Viertelfinale erreichen, dann werden sich wenige über den "geschafften Klassenerhalt" freuen, den Zach noch vor ein paar Tagen als großen Erfolg proklamiert hat.

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