DEB will Vertrag mit Trainer bis 2006 verlängern
Spieler schießen gegen Zach

Nach dem vorzeitigen WM-Aus ist aus den Reihen der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft zum ersten Mal Kritik an Bundestrainer Hans Zach laut geworden. Andererseits erfuhr der 55-Jährige aber nach der ebenso unerwarteten wie enttäuschenden Pleite schon den Vertrauensbeweis für die Zukunft. Er soll die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft trotz des verpassten Weltmeisterschafts-Viertelfinales weiter führen - und zwar möglichst zu den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin.

HB PRAG. Das Überzahlspiel, so schwach wie bei keinem anderen Zwischenrundenteam und Hauptgrund für das enttäuschende Abschneiden, sei nicht ausreichend geübt worden, wurde Zach aus spiellerreihen ein wesentliches Versäumnis vorgweorfen. "Wir haben es trainiert, aber nicht ganz so viel, wie wir es hätten tun sollen", meinte Kapitän Stefan Ustorf nach der bitteren 0:1-Pleite in Prag gegen die Schweiz. Jan Benda, eigentlich ein bekennender Zach-Fan, antwortete auf die Frage, ob das Powerplay denn nicht geübt worden sei: "Doch, heute im Spiel." Und auf die Nachfrage, ob das nicht im Training geschehen sei: "Sehr wenig." Ganz konkret: Am Dienstagmorgen vor dem Schweiz-Spiel angeblich das einzige Mal während der WM.

Das katastrophale Überzahlspiel war letztlich entscheidend für das Verpassen des Viertelfinales. In insgesamt 30 Powerplay-Situationen erzielte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nur ein einziges Tor - bei 5: 3-Überzahl im Vorrundenspiel gegen Lettland (1:1). Die blamable Erfolgsquote von 3,33 % unterbot nur Absteiger Frankreich, der im Powerplay ganz ohne Torerfolg blieb. Im entscheidenden Spiel gegen die Schweiz, die zuletzt vor zwölf Jahren ein WM-Spiel gegen Deutschland gewonnen hatte (3:1 ebenfalls in Prag), sprang in fünf Überzahlsituationen nicht eine ernsthafte Torchance heraus. "Das war erbärmlich", gab Kapitän Stefan Ustorf zu. Ustorf machte auch am deutlichsten der Enttäuschung Luft, bevor sich die Mannschaft am Mittwochmorgen nach dem Frühstück trennte. "Das tut im Moment sehr, sehr weh", sagte Ustorf, fügte aber hinzu: "Es ist kein Rückschritt und keine Katastrophe."

Zachs Klage, dass die Nationalspieler in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nur selten im Powerplay eingesetzt würden und ihnen deshalb die Erfahrung fehle, widersprach Ustorf jedoch: "Wir haben alle im Verein schon Überzahl gespielt." Auch in der Bilanz des Turniers lagen Trainer und Spieler weit auseinander. "Platz neun ist immer noch ein gutes Ergebnis in diesem Feld", meinte Zach, während NHL-Profi Jochen Hecht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl machte: "Wir haben nur unser Minimalziel erreicht, unser großes Ziel Endrunde aber verpasst."

Seite 1:

Spieler schießen gegen Zach

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%