Debakel für Deutschland
Sydney 2000 ist das Maß der Dinge

Trotz zahlreicher Doping-Fälle haben die Olympischen Sommerspiele in Sydney von vor vier Jahren Modell-Charakter, das IOC spricht von den "besten Spielen bisher". Bei der deutschen Delegation steckt der Stachel aber noch immer tief: Von dem Ziel, sich als drittbeste Sportnation zu etablieren, blieb das Team weit entfernt.

HB DÜSSELDORF/SYDNEY. Die letzten Olympischen Spiele des alten Jahrtausends haben neue Maßstäbe gesetzt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sieht in den zweiten Sommerspiele auf dem fünften Kontinent sogar Spiele mit Vorzeige-Charakter. Denn was der damalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch bei seinem olympischen Abschied mit voller Berechtigung sagte, gilt weiter: Sydney 2000 hat "die besten Spiele bisher" ausgerichtet.

Das Lob galt dem Sport, aber vor allem auch den australischen Gastgebern. Durch erstklassige Stadien und ein familiäres Olympisches Dorf wurden "Spiele der Athleten" verwirklicht. Auch die Organisation ließ wenige Wünsche offen, und das vorher befürchtete Verkehrschaos blieb aus. 47 000 freiwillige Helfer und vier Millionen Sydneysider zeigten den Gästen aus aller Welt täglich ein strahlendes Lächeln und verdienten sich mit ihrer überwältigenden Freundlichkeit und Gastfreundschaft den vom IOC verliehenen "Olympischen Cup" redlich.

Allerdings wurde in Sydney auch der olympische Gigantismus auf neue Höhen getrieben. 10 651 Aktive und damit noch einmal 343 mehr als vier Jahre zuvor in Atlanta aus 199 (197) Ländern stritten in 28 Sportarten (26) um 300 (271) Goldmedaillen. Die meisten gewannen die USA (40 Gold/24 Silber/33 Bronze) vor Russland (32/28/28), China (28/16/15) und Gastgeber Australien (16/25/17).

Das deutsche Team war von Superlativen weit entfernt. Nach einer Steigerung in der zweiten Olympia-Woche landete es noch als bestes westeuropäisches Team auf Platz fünf der Länderwertung. Allerdings blieb der bittere, erstmalige Sturz aus den "großen Drei". Mit 13 Gold-, 17 Silber- und 26 Bronzemedaillen (die 14. Goldmedaille wurde Ringer Alexander Leipold nachträglich wegen Dopings aberkannt) lag das deutsche Team, das sich wieder als dritte Kraft des Weltsports bestätigen wollte, nur knapp vor Frankreich (13/14/11).

Seite 1:

Sydney 2000 ist das Maß der Dinge

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%