Debakel wird tot geschwiegen
Das Schweigen der US-Zeitungen

Die US-Spieler sind jetzt schon der große Verlierer der WM. Ihr Weg führt sie in die Relegation – und vielleicht sogar in die B-Gruppe des Welt-Eishockeys. Wieder einmal zeigt sich: Das Team USA ist von der Laune seiner Superstars abhängig.

HELSINKI/TAMPERE. Am Ende ließ sie sogar die renommierte New York Times im Stich. Und das in der Stunde ihrer bittersten Niederlagen. Erst hatte das US-Team gegen den Aufsteiger Dänemark (2:5) und dann gegen die Schweiz (0:1) bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Finnland verloren. Damit sind die US-Spieler jetzt schon der große Verlierer des Weltturniers. Ihr Weg führt in den nächsten Tagen in die Relegation und vielleicht sogar zur ganz großen Blamage - den vierten Abstieg aus dem Kreis der 16 besten Nationen der Welt nach 1969, 1971 und 1982. Da interessierte die US-Spieler natürlich: Wie hat die US-Öffentlichkeit die Blamage aufgenommen?

Doch sie wissen es noch immer nicht. In den USA schweigen die Zeitungen. Nicht nur die New York Times verlor keine Zeile über das Debakel. Auch das Enthüllungsblatt Washington Post ließ die Pleiten außen vor. Nur im alten Europa ist erwartungsgemäß die Schadenfreude groß. "Eine Sensation", titelte die bürgerliche Helsinki Sunomat. "Amerika geht unter." Unverhohlene Freude herrschte auch bei den zahlreichen finnischen Fans. In regelrechte Jubelarien waren sie in Tampere ausgebrochen: Kein Tor und die erste Niederlage der USA nach 52 Jahren gegen die Schweiz, die wahrlich nicht zu den großen Eishockey-Nationen zählt.

US-Coach Lou Vairo will dennoch nichts von einer Blamage wissen. "Wir haben zu wenig gute Spieler", sagt er nur. Was sich nach einer billigen Ausrede anhört, ist bittere Realität. Die NHL-Stars haben ihre Mannschaft auch dieses Jahr im Stich gelassen. Für sie spielt sich Eishockey in den USA ab - und nicht irgendwo in Europa. Die USA sind von der Laune ihrer Superstars abhängig. Meistens ist die vor einer WM äußerst mies. Wie auch die WM-Statistik der Amerikaner. 1933 gewannen sie ihren einzigen Titel.

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