Debatte über Eigenheimzulage löst Ansturm aus
BHW baut Neugeschäft deutlich aus

Die erneute Diskussion über Änderungen bei der Eigenheimzulage hat im ersten Quartal bei dem Baufinanzierer BHW Holding einen Ansturm auf Finanzierungen ausgelöst.

Reuters HAMELN. Wie der Hamelner Finanzdienstleister am Donnerstag mitteilte, wurden in den ersten drei Monaten 1,35 Mrd. ? an Baugeld ausgegeben, gut acht Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allein im April habe die zweitgrößte private Bausparkasse mit 648 Mill. ? soviele Hypotheken- und Bausparsofortdarlehen wie nie zuvor in ihrer 75-jährigen Unternehmensgesichte vergeben. Dazu habe unter anderem beigetragen, dass viele Hauskäufer und Bauherren angesichts der niedrigen Zinssätze und wegen der anhaltenden Diskussion über die Eigenheimzulage ihre Entscheidung zum Hauskauf vorgezogen hätten, sagte ein BHW-Sprecher. Viele Menschen entschieden sich zudem wegen unsicheren Börsensituation eher für Investitionen in die eigenen vier Wände.

Nachdem das abgelaufene Geschäftsjahr von hohen finanziellen Aufwendungen zur Sanierung der angeschlagenen Hypothekenbanktochter AHBR geprägt war, erreichte BHW im ersten Quartal 2003 wieder schwarze Zahlen. Zur Ertragsentwicklung in den ersten drei Monaten hieß es, das Betriebsergebnis habe 39,2 Mill. ? ereicht. Den Quartalsgewinn bezifferte BHW auf 26,6 Mill. ?. Nachdem die AHBR in den zurückliegenden Jahren bis zu 50 % zum Konzernergebnis beigetragen habe und nun nahezu ausfalle, könnten die Zahlen nicht mit denen des ersten Quartals 2002 verglichen werden. Für den Vorjahreszeitraum hatte BHW vor der AHBR-Sanierung ein Betriebsergebnis von 61,2 Mill. ? ausgewiesen.

Für das Gesamtjahr 2003 prognostizierte der Baufinanzierer einen Reingewinn von gut 100 Mill. ?. Voraussetzung sei, dass sich das Neugeschäft weiterhin positiv entwickele.

Der Kurs der im Sdax notierten BHW-Aktie legte bis zum Nachmittag gut zwei Prozent auf 9,15 ? zu. 2002 hatte BHW wegen einer Kapitalspritze für seine angeschlagene Hypothekentochter AHBR einen Konzernverlust von knapp 360 Mill. ? ausgewiesen, nachdem im Jahr zuvor noch ein Jahresüberschuss von 183,6 Mill. erzielt worden war. Die Aktionäre sollen aber eine zum Vorjahr deutlich reduzierte Dividende von 0,22 (0,60) Euro je Aktie erhalten.

BHW sieht sich nach Schwäbisch Hall und vor Wüstenrot als zweitgrößte private Bausparkasse in Deutschland.

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