Debatte um Gebührenerhöhung der Öffentlich-Rechtlichen
"Deutsche Fernsehproduktionen gefährdet"

Die eigenständige deutsche Produktionswirtschaft ist ohne eine Erhöhung der Rundfunkgebühr gefährtdet. Mit dieser Meinung traten jetzt die deutschen Fernsehproduzenten an die Öffentlichkeit.

HB HAMBURG. Der Bundesverband der deutschen Fernsehproduzenten sprach sich am Montag gegen weitere Kürzungen im Programm von ARD und ZDF aus. Nachdem die Werbekrise bereits dazu geführt habe, dass bei den Privatsendern zahlreiche deutsche Produktionen aus dem Programm genommen wurden, dürfe jetzt nicht auch noch bei ARD und ZDF weiter gekürzt werden, erklärte der Vorstand des Verbandes am Montag.

Die Produzenten begrüßten es, dass sich die Länder Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen bei der Ministerpräsidentenkonferenz nicht mit ihren Vorstellungen durchsetzen konnten, durch Einsparungen und Strukturreformen eine Gebührenerhöhung zu vermeiden. Der Verbandsvorsitzende Bernd Burgemeister betonte, der erste Gebührenvorschlag der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) - eine Erhöhung der Monatsgebühr um 1,07 Euro zum 1. Januar 2005 - berücksichtige bereits die Interessen der Gebührenzahler, da ein großer Teil der Anforderungen der Sender gestrichen worden sei.

Der ARD-Vorsitzende Jobst Plog rechnet nach wie vor mit einer Erhöhung der Rundfunkgebühr zum 1. Januar 2005. Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte er, bis dahin werde man sich im Gegenzug auch über weitere Sparpotenziale beim öffentlich- rechtlichen Rundfunk verständigen.

Die KEF hatte sich am Freitag auf ihre endgültige Gebührenempfehlung für den Vier-Jahres-Zeitraum 2005 bis 2008 geeinigt. KEF-Geschäftsführer Horst Wegner lehnte am Montag jedoch jede Stellungnahme zu Meldungen ab, nach denen die Kommission eine Erhöhung der Monatsgebühr von derzeit 16,15 Euro um 1,09 Euro vorschlagen werde. Die KEF werde ihren Gebührenvorschlag am 8. Januar 2004 in Berlin vor der Bundespressekonferenz veröffentlichen, sagte Wegner. Bis dahin werde man sich nicht dazu äußern.

Die aktuelle Struktur- und Spardiskussion dürfte in der kommenden Woche auch die Runde der Intendanten beschäftigen, die sich zur ARD - Hauptversammlung in Stuttgart trifft.

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