Debatte um Häuser in den Bergen
Föhnsturm: Millionenschäden in Bayern

Der schwere Föhnsturm vom vergangenen Wochenende hat in den bayerischen Alpen Sachschäden von mehreren Millionen Euro angerichtet. Genaue Zahlen konnten Polizei und Innenministerium in München am Montag aber zunächst noch nicht nennen. Auch die anderen von Sturm, schweren Regenfällen, Hochwasser und Erdrutschen betroffenen Länder konnten am Montag die Schäden nicht genau beziffern. So wurde in Österreich nur von Schäden in Millionenhöhe gesprochen.

HB/dpa HAMBURG. In Südfrankreich kämpften die Menschen weiter mit den Folgen der schweren Überschwemmungen vom Vortag. Dort wurde am Montag noch eine 60-jährige Frau vermisst, die am Sonntag von Wassermassen mitgerissen worden war. Dagegen fanden italienische Rettungskräfte die Leiche einer seit Samstag in der Lombardei vermissten 31-Jährigen. Sie war zusammen mit ihrer achtjährigen Tochter im Auto von Schlammmassen mitgerissen worden. Das Kind war auch am Montag noch nicht gefunden worden.

Nach den Unwettern mit mehreren zerstörerischen Schlammlawinen entflammte in der Schweiz erneut die Debatte über die Bebauung in gefährdeten Gebieten. Die bereits bestehende Liste so genannter roter Zonen müsse überarbeitet werden, forderten führende Politiker in den Medien. In den von Hochwasser, Geröllmassen oder Schneelawinen gefährdeten Regionen herrscht Bauverbot, alte Häuser dürfen aber stehen bleiben. Dazu gehört zum Beispiel auch das Dorf Schlans im Kanton Graubünden, durch das sich eine 20 Meter breite Geröll-Lawine wälzte und viele Häuser niederriss. Die rund 100 Einwohner waren mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht worden.

Die Venezianer stapften auch am Montag durch Wasser, die Lagunenstadt wird von einem der schlimmsten Hochwasser der vergangenen Jahrzehnte heimgesucht. Stürmischer Südwind ließ den Meeresspiegel am Montag wieder steigen, nachdem er am Sonntag leicht zurückgegangen war. Am Samstag hatte der Wasserstand die fünfthöchste Marke in der Geschichte der Stadt und die höchste seit 16 Jahren erreicht, wie italienische Medien am Montag berichteten.

Heftige Gewitter- und Hagelstürme sorgten für Überschwemmungen in Südfrankreich. In den Gemeinden Hyères und La- Londe-des-Maures flohen 250 Einwohner aus ihren Häusern, die zum Teil einen Meter tief unter Wasser standen. In Nachbarorten hinterließ ein Hagelsturm eine bis zu 50 Zentimeter dicke Hagel-Schicht auf den Straßen. Im Rhône- Tal hatte sich dagegen die Hochwasser-Lage bis zum Montag stabilisiert. Der Wasserspiegel sinke "langsam aber stetig", sagte Feuerwehrsprecher.

Auch das neue Hochwasser am Oberrhein überschritt am Montagmorgen seinen Höhepunkt. Nach Angaben der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale (HVZ) Karlsruhe wurden am Pegel Maxau 7,92 Meter gemessen; danach begannen die Fluten langsam zu sinken. Die seit Freitagnachmittag ruhende Schifffahrt kann möglicherweise in der Nacht zum Mittwoch wieder aufgenommen werden. Denn der Zufluss aus den Alpen gehe zurück und kräftiger Regen sei im Einzugsgebiet des Rheins vorerst nicht zu erwarten.

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