Debatte um Präsidentschaftskandidaten
„Wie gesund ist McCain?“

Nun hat auch McCain seinen Prediger-Skandal. Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat musste sich von einem Fernsehprediger distanzieren, der Hitler als Werkzeug Gottes dargestellt hatte. Und auch McCains Gesundheitszustand sorgt zurzeit für hitzige Diskussionen in den USA.

HB WASHINGTON. John McCain hält jetzt Abstand zum umstrittenen TV-Prediger John Hagee. Wie die „New York Times“ am Freitag berichtete, nannte McCain dessen Nazi-Äußerungen unhaltbar und beleidigend. Er habe von diesen Äußerungen nichts gewusst und müsse die Wahlkampfunterstützung durch den Prediger deshalb nun ablehnen, sagte McCain.

Zuvor war bekanntgeworden, dass der Fernsehprediger, der McCain im Wahlkampf unterstützt, in den späten 90er Jahren gesagt hatte, dass Hitler und der Holocaust Teil eines göttlichen Plans gewesen seien, um die Juden aus Europa zu vertreiben und sie nach Palästina zu bringen.

Die Predigt Hagees war in der vergangenen Woche zunächst von einer Gruppe kritischer Christen im Internet veröffentlich worden. Die Onlinezeitung „Huffington Post“ hatte dann darüber berichtet. Auf die selbstgestellte Frage, wie Gott die Juden ins gelobte Land zurückgebracht habe, sagte Hagee in der Predigt: „Die Antwort sind Fischer und Jäger. Ein Jäger ist jemand, der mit einer Waffe kommt und dich zwingt. Hitler war ein Jäger.“ Der Holocaust sei passiert, weil es Gottes „vordringlichstes Ziel für das jüdische Volk war, es zurück ins Land Israels zu bringen“.

„Wie die „New York Times“ weiter berichtete, beendete McCain auch die Zusammenarbeit mit einem weiteren christlichen Prediger aus Ohio, der sich anti-muslimisch geäußert hatte. Durch die Zusammenarbeit mit den Predigern hatte McCain seine Sympathiewerte bei den christlich-konservativen Republikanern verbessern wollen.

McCain versuchte sich jedoch zugleich von seinem demokratischen Rivalen Barack Obama abzugrenzen, der jüngst ebenfalls durch Äußerungen eines Geistlichen in Verlegenheit gebracht worden war. Hagee sei niemals sein geistlicher Berater gewesen, er habe dessen Gotteshaus seit 20 Jahren nicht aufgesucht, betonte McCain.

McCain will seine Krankenakten veröffentlichen

Zudem war McCain zuletzt bemüht, Bedenken über Gesundheitszustand zerstreuen. An diesem Freitag will er deshalb 400 Seiten Krankenakten aus den vergangenen acht Jahren veröffentlichen, darunter auch Dokumente über eine Hautkrebsoperation im Jahr 2000, wie die „New York Times“ meldete.

Das angesehen US-Wochenmagazin „Times“ hatte unlängst die Frage aufgeworfen: „Wie gesund ist McCain?“ Der Senator aus Arizona, wegen seines Alters oft Zielscheibe des Spotts in Comedy-Sendungen, pocht hingegen darauf, er sei bestens beieinander. Seine Ärzte hätten ihm versichert, „dass alles prima aussieht“, sagte er.

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