Debütant Deutsche Börse legte über 11 % auf den Ausgabepreis zu
Deutsche Aktien schließen schwächer

Die deutschen Aktienwerte sind zum Wochenauftakt schwächer aus dem Handel gegangen, wobei die Wachstumstitel des Neuen Marktes stärker unter Druck standen als die Standardwerte.

Reuters FRANKFURT. Vor allem die Technologiebranche habe unter der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur und schwindenden Zinsfantasien gelitten, sagten Händler. Unter Druck standen aber auch die Bankenwerte, nachdem die Commerzbank am Montagmittag enttäuschende Geschäftszahlen veröffentlicht hatte. Der Debütant Deutsche Börse legte unterdessen gegen den Trend kräftig zu.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 0,15 % niedriger bei 6 628,07 Punkten. Am Neuen Markt gab der Nemax-All-Share-Index 0,96 % auf 2 622,74 Zähler und der Nemax-50 0,14 % auf 2 600,83 Punkte nach. Der MDax für die mittelgroßen Werte beendete die Sitzung fast unverändert bei 4 816,79 Punkten.

Die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten bezeichneten Börsianer als "lustlos". Das Geschehen sei hauptsächlich von technischen Faktoren bestimmt worden, sagte ein Händler. Es habe die Kaufbereitschaft der Anleger gefehlt. Er hoffe aber darauf, dass die Umsätze in den kommenden Tagen wieder anzögen.

Die deutschen Technologiewerte standen parallel zu ihren internationalen Mitbewerbern unter Druck. Zwar rechnen Experten nach der Veröffentlichung der amerikanischen Arbeitsmarktdaten am vergangenen Freitag auch weiterhin mit einer erneuten Zinssenkung der US-Notenbank. Sie werde aber voraussichtlich nicht so stark ausfallen, wie von einigen Anlegern erhofft. Der Technologiebranche könne aber nur ein deutlicher Zinsschritt zu einem kräftigen Aufschwung verhelfen, hieß es. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab bis zum Börsenschluss in Deutschland um 2,09 % auf 2 604,80 Punkte nach, der Dow Jones Index legte jedoch um 0,8 % auf 10 950,57 Zähler zu.

Nach der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse rutschten Commerzbank in der Sptize um über drei Prozent ab und schlossen 2,43 % tiefer bei 30,52 Euro. Händlern zufolge litten die Titel von Adidas-Samolon unter Gewinnmitnahmen und unter der Tatsache, dass die Aktie ihren Platz im Dax voraussichtlich für die Deutsche Post räumen muss. Die Papiere fielen um 2,85 % auf 69,95 Euro.

Auf der Gewinnerseite standen Hypo-Vereinsbank mit einem Plus von 4,29 % auf 65,70 Euro. Analysten zufolge profitiert die Aktie von zuvor angekündigten Restrukturierungen im Immobiliengeschäft der Bank. Gefragt waren auch Schering , die sich um 4,42 % auf 58,60 Euro verteuerten. Einen eindeutigen Grund für den Zuwachs konnten Börsianer nicht ausmachen. Der Debütant Deutsche Börse legte über elf Prozent auf den Ausgabepreis zu und schloss bei 373 Euro.

Trotz der Verluste am Neuen Markt sei kein echter Verkaufsdruck zu spüren, sagte Florian Weber, Händler bei Börsenmakler Schnigge. Angesichts der guten Kurssteigerungen seit Jahresbeginn seien die Verluste "sehr gesund". Auch sei das weitere Abwärtspotenzial gering. In den kommenden Tagen werde der Markt voraussichtlich höchstens weitere vier bis fünf Prozent verlieren. Wenn der Rückgang in kleinen Schritten verlaufe und sich über einen Zeitraum von mehreren Tagen hinziehe, wachse die Chance für eine stabile und nachhaltige Erholung, sagte der Experte.

Am Wachstumssegment führten Gauss Interprise die Gewinnerliste an. Die Aktie stieg um 25,53 % auf 3,54 Euro. Das Unternehmen hatte den baldigen Abschluss der Kapitalerhöhung angekündigt. Unter den Schwergewichten rutschten comdirect nach der Veröffentlichung der Commerzbank-Zahlen in der Spitze um 4,5 % ab, erholten sich jedoch wieder und legten um 7,63 % auf 19,47 Euro zu. Händler konnten keinen eindeutichen Grund für die Rally ausmachen und verwiesen auf die geringen Umsätze. Mobilcom verbuchten ein Minus von 6,06 % auf 32,88 Euro. Da diese Aktie die Erholung des Nemax in den vergangenen Wochen mitangeführt habe, kann dieser Verlust nach Einschätzung von Weber gelassen betrachtet werden.



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