Debüts vom Wilmots und Kohler: Schwere Spiele für Abstiegskandidaten

Debüts vom Wilmots und Kohler
Schwere Spiele für Abstiegskandidaten

Schwere Heimspiele der Abstiegs-Aspiranten, die Premieren von Jürgen Kohler und Marc Wilmots in neuen Funktionen sowie Personalprobleme bei Bayern München und Schalke 04 bilden den Rahmen des 27. Spieltags in der Fußball-Bundesliga.

HB/dpa DÜSSELDORF. Mit "neuen" Galionsfiguren an der Spitze wollen Bayer Leverkusen und Schalke ihre sportlichen Durststrecken überwinden. Unter dem Bayer-Kreuz hoffen die Verantwortlichen schon beim Heimspiel gegen Hertha BSC am Samstag auf den "Kohler-Effekt". Wie Schalkes neuer Teamchef Wilmots bei der Vorbereitung auf die Partie beim 1. FC Nürnberg setzt auch Leverkusens Sportdirektor auf den "Spaßfaktor".

"Nur lachende Menschen sind glückliche Menschen", sagte Kohler, der in seiner ersten Arbeitswoche rund 30 Einzelgespräche führte, um die Stimmungslage beim Tabellen-Vorletzten auszuloten und Ansatzpunkte für Verbesserungen zu finden. Kohler weiß, dass "nicht viel Zeit" zum Punkten bleibt. Seit drei Spielen wartet die Elf von Trainer Thomas Hörster auf einen Sieg und hat mit Hertha ein Team zu Gast, das den UEFA-Cup-Platz manifestieren will. Zwei brasilianische Weltmeister werden wohl zunächst auf der Bank sitzen. Für Bayers Abwehr-As Lucio (Hörster: "Er entscheidet allein") birgt ein Einsatz von Beginn an nach langer Verletzungspause große Risiken, und Hertha - Stürmer Luziao ist noch angeschlagen.

Nach der Entlassung von Frank Neubarth sorgt Wilmots "auf Schalke" für neue Motivation. Der Belgier ist wie seine ehemaligen Kollegen mit "viel Spaß" bei der Sache, auch wenn die leitende Position für den Ex-Profi noch ungewohnt ist. "Anfangs wollte ich immer in die falsche Kabine und die Bälle aufs Feld tragen", sagte Wilmots, der dieselbe Personalnot verwalten muss wie sein Vorgänger. Gleich sechs Stammspieler fallen gesperrt oder verletzt aus. "Aber ich klage nicht", meinte der Teamchef, der auf den Einsatz seines Landsmanns Emile Mpenza trotz schmerzhafter Schulterverletzung hofft. Wilmots verlangt von den Akteuren vor allem das, was ihn selbst als Spieler auszeichnete: Kampf bis zum Umfallen. Eine Pleite beim befreundeten Tabellen-16. aus Nürnberg würde den angestrebten fünften Platz in weite Ferne rücken lassen.

Schwere Heimaufgaben haben nicht nur die vom Absturz bedrohten Rheinländer und Franken vor der Brust. Für Hannover 96 steht gegen den FC Bayern eben so viel auf dem Spiel wie für den VfL Bochum gegen den 1. FC Kaiserslautern, Energie Cottbus gegen den VfB Stuttgart oder Hansa Rostock gegen den VfL Wolfsburg. In der VW-Stadt wurde mit lautem Getöse das Kapitel Stefan Effenberg beendet. Ob der Rückzug des "Leitwolfs" sich auf die Leistung des "Rudels" befreiend oder hemmend auswirkt, wird sich am Sonntagabend zeigen.

In der zweiten Sonntag-Partie ist Borussia Mönchengladbach beim TSV 1860 München zu Gast. Borussen-Coach Ewald Lienen bereitete sein Team in einem mehrtägigen Trainingslager vor und nutzte dabei sogar die Gastfreundschaft und das Übungsgelände des FC Bayern an der Säbener Straße. Mut macht die schwache Bilanz der "Löwen", die seit 469 Minuten auf ein Heimtor warten.

Diese Sorge hat Ottmar Hitzfeld nicht. Nach sechs Siegen in Serie und 15 Spielen ohne Niederlage thront sein Team mit 15 Punkten Vorsprung einsam an der Spitze und müsste selbst bei einer Niederlage in Hannover nicht um den 18. Meistertitel bangen. Dennoch klagt der Chef des Luxuskaders über die Personalsituation. "Es ist wie eine Seuche", sagte Hitzfeld, der sieben Ausfälle beklagt, aber eine mit Nationalspielern gespikte Elf ins Rennen schickt. 96-Coach Ralf Rangnick würde sicher gern tauschen: "Bei uns muss jeder in Topform sein, wenn wir was erreichen wollen."

Die Konkurrenz hat die Bayern-Jagd ohnehin längst abgeblasen. "Wir können nicht mehr deutscher Meister werden", sagte Borussia Dortmunds Clubchef Gerd Niebaum vor dem Spiel gegen Werder Bremen. Für den BVB und den VfB Stuttgart (bei Schlusslicht Energie Cottbus) geht vielmehr der Kampf um Rang zwei, der zur direkten Teilnahme an der europäischen "Königsklasse" berechtigt, in die heiße Phase. "Die letzten acht Spiele sind Qualifikationsspiele für Champions League", betonte Niebaum.

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