Defensive Titel im Plus
Tech-Schwäche lastet auf europäischen Börsen

Schwache Technologietitel haben die europäische Aktienmärkte am Freitag ins Minus gedrückt. Der Stoxx 50-Index verlor 0,36 Prozent auf 3 544,27 Punkte. Enttäuschende Quartalszahlen der US-Branchengrössen Microsoft, IBM und Nortel führten Händlern zufolge bei den Technologietiteln zu Verlusten auf breiter Front. Der Index der europäischen Technologietitel verlor rund 1,8 Prozent.

Reuters LONDON. Eine Gegenbewegung setzte bei den defensiven Titeln ein, die die Marktverluste dann etwas abfedern konnten. GlaxoSmithKline und Suez waren gesucht und führten dazu, dass Pharma und Versorger zum Tagesschluss zu den Favoriten gehörten.

Auf der Technologieseite verzeichneten das IT-Unternehmen Cap Gemini , der Telekomausrüster Alcatel und die Halbleiterwerte ASM und Infineon grössere Verluste. Weitere Blue Chips wie Nokia, Siemens, Ericsson gaben ebenfalls nach.

Etwas Unterstützung erhielten die Märkte auch vom stärker als erwartet gestiegenen Index des US-Verbrauchervertrauens und bauten nach dessen Bekanntgabe einen Teil ihrer Verluste ab. Die Grundstofferzeuger tendierten nach Händlerangaben fester, nachdem ABN Amro die Aktien des Stahlerzeugers Corus heraufgestuft hatte.

London: Banken- und Erdöltitel drücken den Index

Die Londoner Aktienbörse schloss schwächer. Der FTSE-100-Index gab 0,23 Prozent auf 5126,8 Zähler nach. Vor allem Bank- und Erdöltitel drückten auf den Index. Die Titel der Großbanken HSBC und HBOS verloren 2,3 beziehungsweise 1,4 Prozent. Abbey zogen hingegen nach der Heraufstufung durch Merrill Lynch 1,5 Prozent an. Das Erdölschwergewicht BP verzeichnete ein Minus von 1,5 Prozent. Unter Druck standen nach schwachen US-Unternehmensergebnissen auch Technologietitel. ARM Holdings verloren 4,3 und Logica 5,3 Prozent. Zu den Tagesgewinnern gehörten GlaxoSmithKline mit einem Kursanstieg von 3,5 Prozent, nachdem ein US-Gremium die weitere Anwendung seiner Asthmamedikamente Flovent und Advair gutgeheissen hatte. Die Aktien von Shire Pharmaceutical zogen nach und gewannen 2,2 Prozent.

Paris: Cap Gemini muss Federn lassen

Schlechte Nachrichten aus dem US-Technologiesektor belasteten die Börse in Paris. Zu den Hauptverlierern gehörte Cap Gemini , welche um 6,43 Prozent nachgaben. Die Software Schmiede Dassault Systemes verlor genauso wie der Elektronik Konzern Thomson Mulitmedia über drei Prozent. Nachdem der kanadische Riese Nortel Networks mit schlechten Ergebnissen für das vierte Quartal aufwartete, büßten die Titel von Alcatel rund zwei Prozent ein.

Zürich: Verluste zum Börsenschluss

Die Schweizer Aktien präsentierten sich nach einem freundlichen Verlauf auf Grund von Verlusten in der Schlussphase leichter. Händler sagten, das Geschäft sei zumeist in ruhigen Bahnen verlaufen. Wären die Umsätze nicht durch den kleinen Eurex- und Warrantsverfall etwas aufgebläht worden, wäre nichts los gewesen, hieß es. Angesichts der einander etwas widersprechenden Makrodaten und Unternehmensergebnisse aus den USA dürfe dies nicht verwundern. "Die Verunsicherung ist groß, keiner weiß wo es lang geht," sagte ein Händler. Das Hauptaugenmerk sei auf Nestle und Givaudan gerichtet gewesen. Die Übernahme der Nestle-Tochter FIS durch den Aroma- und Riechstoffkonzern Givaudan wurde im Markt begrüßt. Givaudan stieg 1,4 Prozent auf 525 sfr und Nestle 0,7 Prozent auf 359,50 sfr. Die zyklischen und meisten Technologiewerte wie Unaxis, Sulzer, Kudelski und ABB schwächten sich hingegen ab.

Amsterdam: Aegon rettet Bilanz durch Verkäufe

Unter Führung der Technologiewerte und des Versicherers Aegon schloss die Amsterdamer Börse schwächer. Der AEX-Index verlor 0,7 Prozent auf 493,5 Zähler. Größere Verluste verzeichneten ASML mit einem Minus von 1,7 Prozent und Getropnics mit einem Kursrückgang von vier Prozent. Aegon, am Schluss mehr als drei Prozent schwächer, meldete der Verkauf von zwei Beteiligungen in Mexiko und erklärte, ein Teil des Erlöses werde zur Deckung von Problemkrediten benutzt. Analysten zogen daraus den Schluss, dass Aegon ohne den Verkauf das Gewinnziel verfehlt hätte.

Madrid: Bank Snatander führt Markt ins Plus

Unter der Führung der Schwergewichte Telefonica und Bank Santander Central Hispano schloss die spanische Börse fester. Die Krise in Argentinien belastete den Energiewert Repsol jedoch weiterhin. Der Ibex-35-Index legte um 0,39 Prozent auf 8008,8 Zähler zu. Am kommenden Dienstag werden die Abschlusszahlen der Bank Santander erwartet; die Aktie stieg um 0,4 Prozent. Die Titel des Konkurrenten Banco Bilbao Vizcaya Argentaria schlossen unverändert.

Mailand: Banken im Mittelpunkt

Die italienische Börse schloss leicht höher. Der Mib-30-Index notierte mit 31.758 Zählern um 0,34 Prozent über dem Vortag. Gewinne der Banken IntesaBCI sowie Nazionale del Lavoro, aber auch des Energieriesen ENI glichen die Verluste in der Aktie der Bank Bipop aus. Die Titel der beiden Banken Intesa und BNL legten um 3,32 bzw. 3,23 Prozent zu, jene von Eni 2,74. Bipop gaben um drei Prozent nach.

Stockholm: Analysten erwarten schwache Zahlen von Nokia und Ericsson

Technologiewerte zogen die Börse Stockholm ins Minus. Der OMX-Index büsste 0,71 Prozent auf 792,24 Punkte ein. Ericsson oder Nokia gaben deutlich nach. Analysten erwarten gemäß einer Umfrage schwächere Umsatzzahlen der beiden Telekomausrüster im vierten Quartal. Die Quartalszahlen von Nokia werden am 24. Januar, die von Ericsson am 25. Januar veröffentlicht. Ein Minus von 4,67 Prozent musste ABB hinnehmen.

Wien: Kaum verändert

Der Wiener Aktienmarkt notierte wenig verändert. Der ATX-Index stieg 0,07 Prozent auf 1137,62 Zähler. RHI haben auch am Freitag ihren Rebound der letzten Tage weiter verteidigt und stiegen 10,54 Prozent auf 6,19 Euro. Deutlich ins Plus drehen konnten nach einem durchwegs schwachen Verlauf auf CyberTron, die rund vier Prozent auf 2,89 Euro anzogen.

Brüssel: Übernahmegrüchte beflügeln Dexia

Die Börse in Brüssel schloss unter der Führung des Finanzwertes Dexia und des Pharmatitels Solvay fester. Der Bel-20-Index legte 0,83 Prozent auf 2730 Punkte zu. Dexia baute mit einem Gewinn von 2,5 Prozent die Vortagesgewinne weiter aus. Händler führten die Gewinne auf ein Gerücht zurück, dass die Großbank HSBC eine Offerte für Dexia vorlegen könnte. Solvay waren fast fünf Prozent fester. Salomon Smith Barney erhöhte das Kursziel für Solvay. Zudem gebe es Analysten, die für das Solvay-Medikament Cilanstron hohe Umsätze bis zum Jahr 2004 prognostizierten, hieß es im Markt.

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