Defensive Werte gefragt – Hypo-Vereinsbank legen über vier Prozent zu
Erst US-Konjunkturdaten machen dem Dax Beine

Der stärker als erwartet gestiegene Ifo-Index konnte dem Deutschen Aktienindex (Dax) nicht den erwarteten Schub geben. Das übernahm stattdessen die Wall Street. Nach dem positiven US-Verbrauchervertrauen legten die US-Börsen zu und rissen auch die deutschen Aktien mit.

DÜSSELDORF. Auf den großen Kurssprung nach oben warteten die europäischen Märkte am Dienstag zunächst vergeblich. Der stärker als erwartet gestiegene Ifo-Geschäftsklimaindex bewegte den Deutschen Aktienindex (Dax) und die anderen wichtigen europäischen Börsen fast gar nicht. Zurzeit warte der Markt eher auf positive Nachrichten aus den USA, sagte ein Händler. Und so kam es dann auch: kaum war bekannt, dass das US-Verbrauchervertrauen gestiegen war, konnten auch die Aktien in Europa deutlich zulegen. Der Dax kletterte bis zum Schluss um 1,38 Prozent auf 5 390,59 Punkte, der Dow Jones Euro Stoxx 50-Index legte um 0,57 Prozent auf 3 733 Punkte zu.

"Dass der Ifo-Index positiv ausfallen würde, hatten die Märkte schon vorweggenommen", sagte ein Händler. Insgesamt würden sich die Investoren solange zurückhalten, bis deutlich würde, dass sich die Konjunkturerholung auch im zweiten Halbjahr 2002 fortsetzen werde. "Im Hinterkopf sitzt auch immer noch die Angst vor Zinserhöhungen", meinte Heinz Stork, Analyst beim Maklerhaus Fritz Nols.

Überall in Europa waren die defensiven Titel gefragt. Zu den Gewinnern im Dax zählten die Papiere der Hypo-Vereinsbank, die 4,6 Prozent zulegen konnten. Zuvor hatte die Investmentbank JP Morgan das Kursziel für die Aktie angehoben. Ebenfalls nach oben ging es für die Titel der beiden Versorger Eon und RWE, nachdem RWE einen positiven Ausblick für das Stromgeschäft in 2002 gegeben hatte. Eon stiegen um 2,6 Prozent, RWE gewannen 1,6 Prozent.

Unter Abgaben litten hingegen die Aktien der Deutschen Lufthansa. Sie rutschten um 2,5 Prozent, nachdem die Commerzbank die Papiere von "Halten" auf "Reduzieren" heruntergestuft hatte. Zu den Verlierern zählten außerdem die Aktien des Automobilkonzerns BMW, die in den vergangenen Tagen rasant gestiegen waren. BMW gaben knapp 1 Prozent nach.

Der Index der Nebenwerte MDax schloss auf Vortagsniveau. Unter deutlichen Abgaben litten die Papiere des Finanzdienstleisters Gold-Zack mit einem Minus von zeitweise fast 10 Prozent. Das Unternehmen hatte zuvor einen unerwartet hohen Verlust gemeldet.

Keinen einheitlichen Trend gab es an den deutschen Regionalbörsen. Die Kurse in Hannover konnten sich gut behaupten. Stuttgart tendierte knapp behauptet. Hamburg und Bremen zeigten sich etwas leichter. München tendierte leichter, Berlin und Düsseldorf präsentierten sich schwächer.

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