Defensive Werte sind derzeit wenig gefragt
Infineon profitiert von Preishoffnung für Chips

Die Infineon-Aktie hat sich gestern mit einem Plus von rund 6 % erneut an die Spitze des Deutschen Aktienindex (Dax) gesetzt.

FRANKFURT/M. Verantwortlich für die kräftigen Gewinne ist die Hoffnung auf steigende Preise für Speicherchips. Sollten die Chippreise tatsächlich anziehen und Überkapazitäten am Weltmarkt abgebaut werden, würde auch Infineon von dieser Entwicklung profitieren. Erste positive Zeichen gab es bereits am Mittwoch: Der weltweit drittgrößte Chip-Hersteller Hynix Semiconductor aus Südkorea hatte angekündigt, seine Preise um durchschnittlich 30 % anzuheben.

Kurzeitig profitierte Infineon auch von Gerüchten über eine mögliche Übernahme durch den niederländischen Philips-Konzern. "Wir halten das aber für absoluten Blödsinn", machte ein Händler der Bayerischen Landesbank klar.

Durch die positive Vorgabe von Infineon entwickelte sich auch der Dax positiv. Bis zum Handelsschluss legte der Leitindex für die 30 wichtigsten deutschen Werte um 2,0 % auf 5 270 Punkte zu. Da noch viele Händler im Urlaub seien, blieben die Umsätze jedoch gering, sagte ein Händler. Mit einem lebhafteren Geschäft sei nicht vor Montag zu rechnen, vermutet er: "Die ersten drei Handelstage des neuen Jahres darf man daher nicht für bare Münze nehmen, erst in der kommenden Woche wissen wir mehr."

Dennoch zeigt die Tendenz bislang deutlich nach oben. "Derzeit gibt es keinen Abgabedruck am Markt", hieß es. In diesem positiven Umfeld seien vor allem die Titel der Siemens-Familie gefragt. So legten außer Infineon auch Siemens und Epcos zu. "Es werden vor allem Technologiewerte gekauft", sagte ein Händler. Allerdings werde der Aufschwung noch immer stark vom Faktor Hoffnung getragen. Die Kurse seien inzwischen so hoch, dass bei negativen Unternehmensnachrichten empfindliche Rückschläge drohten.

Defensive Werte wie RWE, Eon und die Banken lagen zwar ebenfalls im Plus, weckten aber geringeres Interesse. Auf der Verliererseite standen Schering, obwohl der Pharmakonzern mitgeteilt hatte, die restlichen 40 % an der französischen CIS Bio zu übernehmen. Bereits vor zwei Jahren hatte Schering die Aktienmehrheit von der französischen Atomtechnik-Holding Areva gekauft. Trotz der Kursverluste schien der Markt die Nachricht positiv zu registrieren. Der Pharmakonzern könne sich intensiver auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, meinten Händler.

Die Sitzung der Europäischen Zentralbank brachte keine weiteren Impulse für die Börse. "Wir haben nichts erwartet, es ist auch nicht passiert", sagte ein Händler kurz und knapp. Auch aus den Vereinigten Staaten ließen sich keine eindeutigen Signale ablesen. Einige Konjunkturdaten seien sehr positiv, andere, wie die gestern veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe dagegen negativ, hieß es.

Der M-Dax lag zum Handelsschluss mit 4 374 Punkten (+1,3 %) ebenfalls deutlich im Plus. Die Regionalbörsen in Berlin, Bremen, Düsseldorf und Stuttgart tendierten fester, München zeigte sich knapp behauptet. Hamburg und Hannover schlossen kaum verändert.

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