Definitiver Nachweis steht noch aus
Amerikanerin (94) mit Verdacht auf Lungenmilzbrand

Im US-Bundesstaat Connecticut ist ein neuer Verdachtsfall von Lungenmilzbrand aufgetreten. Eine 94-jährige Frau befinde sich in ernstem Zustand im Krankenhaus von Derby, sagte der Gouverneur des Bundesstaates, John Rowland, am Dienstag (Ortszeit). Drei Anthrax-Tests seien positiv gewesen.

dpa WASHINGTON. Der definitive Nachweis der gefährlichen Anthrax-Sporen in den Lungen der Frau stand am frühen Morgen jedoch noch aus. Das Ergebnis wurde am Mittwochabend (MEZ) erwartet. Die letzte Ansteckung mit Milzbrand in den USA war Anfang November festgestellt worden. Die Behörden hatten bereits Entwarnung gegeben.

Zuvor waren in den Büros von US-Senator Edward Kennedy und Senator Christopher Dodd Spuren von Anthrax entdeckt worden. Die Mengen seien sehr klein gewesen, berichtete der Nachrichtensender CNN am Dienstag. Die Behörden gingen davon aus, dass die Milzbrand-Erreger über Post in die Büros gelangte, die mit den beiden bereits bekannten an Senatoren geschickten Anthrax-Briefen zusammengelegen hatte. Die Mitarbeiter brauchten nicht vorbeugend mit Antibiotika behandelt zu werden. Die Büros sollen gründlich desinfiziert werden.

Vergangene Woche war ein Brief an den demokratischen Senator Patrick Leahy aufgetaucht, der hochgefährliche Milzbrand-Sporen enthielt. Allein die Plastiktüte, in der der Brief aufbewahrt wurde, habe genügend Sporen enthalten, um zwei Menschen zu töten, berichtete die "New York Times" am Dienstag. Das Anthrax sei ähnlich fein und gefährlich wie dasjenige in dem Brief an Senatsführer Tom Daschle.

Die 94-jährige Frau in Connecticut wäre das zweite Milzbrandopfer, das keinerlei Verbindung mit der amerikanischen Post, den Medienunternehmen oder den Politikern hat, die in den vergangenen Wochen mit Anthrax-Briefen in Kontakt gekommen waren. In New York war am 31. Oktober eine 61-jährige Krankenhausangestellte an Lungenmilzbrand gestorben. Die Behörden haben bislang nicht herausgefunden, wie sie sich angesteckt hatte.

Auch bei der 94-Jährigen war völlig unklar, wie sie sich mit der gefährlichen und äußerst selten auftretenden Krankheit angesteckt haben könnte. Die Frau habe sich überwiegend in ihrem Haus in Oxford aufgehalten, teilten die Behörden mit. Sie war am 14. November ins Krankenhaus gebracht und wegen einer Lungenentzündung behandelt worden. Ihr Haus wurde abgeriegelt und von Beamten des FBI untersucht.

Vier Menschen sind seit Anfang Oktober in den USA an dem äußerst seltenen Lungenmilzbrand gestorben. 13 andere hatten sich infiziert, davon sieben mit der weniger gefährlichen Form des Hautmilzbrandes. Sie waren allem Anschein nach mit Milzbrand auslösenden Anthrax- Sporen, die in den Briefen waren, in Kontakt gekommen.

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