Defizit der BA größer ausgefallen
Arbeitslosenzahl wegen Sondereffekten rückläufig

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai saisonbereinigt überraschend leicht um 4 000 Erwerbslose zurückgegangen. Auch die unbereinigte Arbeitslosenzahl entwickelte sich günstiger als erwartet. Nach den Worten von BA-Chef Florian Gerster bedeutet die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl im Mai noch keine Trendwende am deutschen Arbeitsmarkt.

Reuters NÜRNBERG. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vor der amtlichen Bekanntgabe der Statistik aus informierten Kreisen erfuhr, ging die unbereinigte Arbeitslosenzahl im Vergleich zum April um rund 153 000 auf 4,342 Millionen Erwerbslose zurück. Das waren rund 396 000 mehr als Mai vorigen Jahres. Die Arbeitslosenquote ging unbereinigt auf 10,4 Prozent von 10,8 Prozent im April zurück. Ein Rückgang der unbereinigten Zahl ist im Mai für die Jahreszeit üblich.

Gerster sieht noch keine Trendwende

Nach den Worten von BA-Chef Florian Gerster bedeutet die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl im Mai noch keine Trendwende am deutschen Arbeitsmarkt. "Es gibt keine Trendwende in der konjunkturbedingten Arbeitslosigkeit", sagte der Chef der Bundesanstalt für Arbeit (BA) am Donnerstag bei der Vorstellung der Arbeitsmarktdaten für Mai. Vorstandsmitglied Frank Weise sagte, bis Ende Mai sei das Defizit der BA rund 4 Mrd. Euro höher als geplant ausgefallen. BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt rechnet nicht mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf fünf Millionen im Winter. "Ich sehe im Moment die fünf Millionen nicht für den Winter", sagte das Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Arbeit (BA) am Donnerstag bei der Vorstellung der Arbeitsmarktdaten für Mai.

Überraschend ist jedoch der erstmalige Rückgang der saisonbereinigten Zahl seit 15 Monaten. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten im Schnitt einen saisonbereinigten Anstieg um gut 39 000 erwartet. In Kreisen der Bundesanstalt für Arbeit (BA) in Nürnberg hieß es, der saisonbereinigte Rückgang sei nicht der Konjunktur zu danken, sondern auf Sondereffekte zurückzuführen. "Die Wachstumsschwäche belastet weiter den Arbeitsmarkt", erfuhr Reuters aus den Kreisen. Der saisonbereinigte Rückgang "dürfte vor allem auf aktivierenden Maßnahmen der Arbeitsämter und auf den beiden Reformgesetzen am Arbeitsmarkt beruhen". Ausschlaggebend seien mehr Beschäftigungsaufnahmen und deutlich mehr Abmeldungen bei den Arbeitsämtern als im Jahr zuvor gewesen, hieß es weiter.

Analysten warnen vor zu positiver Bewertung

Von Reuters befragte Banken-Volkswirte zeigten sich in ersten Stellungnahmen überrascht, warnten jedoch davor, die positive Entwicklung überzubewerten. Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim sagte: "Das ist eine echte Überraschung. Wir hatten alle mit einer weiteren Zurückhaltung der Unternehmen gerechnet. Trotzdem sollte man die Daten nicht überbewerten, weil wir in den vergangenen Monaten in der nicht bereinigten Rechnung einen deutlich geringeren Rückgang hatten als üblich. Für mich ist das ein Nachholeffekt." Ralph Solveen von der Commerzbank warnte: "Das ist noch nicht die Wende zum Positiven. In den kommenden Monaten wird die bereinigte Zahl sicher weiter ansteigen." Bernd Weidensteiner von der DZ Bank ging weiter davon aus, dass mit einer Trendwende erst im nächsten Jahr zu rechnen sei.

Die Bundesanstalt für Arbeit rechnet nach Worten von BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt nicht mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf fünf Millionen im Winter. "Ich sehe im Moment die fünf Millionen nicht für den Winter", sagte das Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Arbeit (BA) am Donnerstag bei der Vorstellung der Arbeitsmarktdaten für Mai.

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