Defizit ist gestiegen
Krankenkassen laufen in riesiges Finanzierungsloch

Der Schätzerkreis von Krankenkassen und Bundesgesundheitsministerium geht von einem Jahresdefizit von 2,5 Milliarden Euro für die gesetzlichen Kassen aus. Das Kassen-Minus wäre damit 500 Millionen größer als vom Ministerium geschätzt.

Reuters BERLIN. Aus dem Schätzerkreis verlautete am Donnerstag, die Experten hätten ein Defizit von 2,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr festgestellt. Dies entspreche einer Beitragssatzanhebung von derzeit 14 auf bis zu 14,3 Prozent. Für das dritte Quartal ergebe sich ein Minus von knapp 3,2 Milliarden Euro. Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Horst Seehofer (CSU) sagte der "Bild"-Zeitung, das "Riesenloch" sei auch durch zusätzliche Beitragseinnahmen wie das Weihnachtsgeld bis zum Jahresende nicht mehr auszugleichen.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sei nicht mehr haltbar. Der Bundestag debattiert am Donnerstag über Schmidts Etat für das kommende Jahr. Außerdem befasst sich der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat mit dem Gesetz zur Sicherung des Beitragssatzes. Schmidt Sparmaßnahmen umfassen unter anderem eine Nullrunde für Ärzte und Krankenhäuser, Rabatte der Pharmabranche und eine Ausweitung der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) forderte, die Bemessung der Krankenkassen-Beiträge nicht mehr allein am Lohn zu orientieren. Dies könnte die Anrechnung von Miet- oder Zinseinnahmen bedeuten.

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