Defizitäre Parfum-Tochter verkauft
Escada erwartet schwarze Zahlen

Der Modekonzern Escada erwartet nach einem hohen Verlust im Vorjahr 2001/2002 wieder schwarze Zahlen.

rtr/vwd ASCHHEIM. Das Ergebnis nach Steuern werde insgesamt positiv ausfallen, teilte das im Nebenwerteindex MDax gelistete Unternehmen am Dienstag in Aschheim bei München mit.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern im Geschäftsjahr 2001/2002 werde zudem "deutlich im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen". Im ersten Quartal des am 1. November begonnenen Geschäftsjahres habe sich das Ergebnis nach Steuern auf 4,2 (2000/01: minus 6,3) Mill. Euro verbessert. Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten 2001/02 um 11,1 % auf 210,8 Mill. Euro. Das sei mehr gewesen als erwartet, hieß es. Ohne den Umsatz der Einzelhandelskette Biba, der im Vorjahreszeitraum noch nicht enthalten war, betrage das Umsatzwachstum 4,6 %.

Beim Umsatz werde ohne Berücksichtigung der geplanten Desinvestitionen außerhalb des Kerngeschäft ein leichter Rückgang erwartet, teilte der Hersteller von Damenbekleidung weiter mit. Escada hatte im Geschäftsjahr 2000/01 seine Umsatz- und Gewinnziele deutlich verfehlt und einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 17,1 Millionen Euro ausgewiesen. Geplant war ursprünglich ein Ebit von 50 Millionen Euro. Im laufenden Geschäftsjahr will Escada rund 35 Millionen Euro einsparen und sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Am Dienstag hatte der Kosmetikkonzern Wella die defizitäre Parfum-Tochter Escada Beauté Group übernommen.

Trotz des Verlustes will Escada für das Geschäftsjahr 2000/01 eine Dividende zahlen. Der Vorstand schlage die Zahlung von 0,31 Euro je Stammaktie und 0,41 (0,92) Euro je Vorzugsaktie vor. Im Vorjahr hatte Escada eine um den im Mai vorgenommenen Aktiensplitt bereinigte Dividende von 0,82 Euro je Stamm- und 0,92 Euro je Vorzugsaktie gezahlt.

Vorzugs- in Stammaktien umwandeln

Escada erwägt, ihre Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stammaktien umzuwandeln. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht getroffen, werde aber in Kürze fallen, sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ley. Unternehmensgründer und Mehrheitsaktionär Ley erklärte zur Aktienstruktur: "Die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens hat für mich klar Vorrang vor persönlichen Erwägungen. Escada soll am Kapitalmarkt weiter erfolgreich sein - in diesem Sinne werden wir sicher eine Entscheidung treffen."

Der Vorstandsvorsitzende und seine Familie halten nach eigenen Angaben rund 50 Prozent der Stammaktien. Er erklärte jedoch, dass er nicht vorhabe, sich von seinen Stammaktien zu trennen. Ley erhofft sich von der Umwandlung eine Sicherung der Präsenz von Escada im MDax, da von internationalen Investoren Vorzugsaktien nicht gerne gesehen würden. Das Unternehmen verfügt

über 4.127.560 Stück nennwertlosen Stammaktien und 3.610.560 nennwertlosen Vorzugsaktien. Zum 31. Oktober 2001 hielt die Familie Ley 2.063.780 Stammaktien. Von den Vorzugsaktien sind 91,8 Prozent bzw 3.315.480 Stück in Streubesitz

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