Defizitäre Softwareanbieter mit wachsenden Verlusten
USU und Openshop streben Fusion an

Die beiden defizitären Softwareanbieter USU AG und Openshop Holding AG wollen fusionieren. "Wir haben mit der USU AG einen idealen Partner gefunden", sagte der designierte Vorstandschef der neuen Gesellschaft Bruno Rücker, der bislang die Geschicke bei Openshop lenkte, am Donnerstag in Frankfurt.

Reuters FRANKFURT. Durch den Zusammenschluss sollen die Marktpositionen im Kerngeschäft elektronischer Handel (e-Business) deutlich ausgebaut und im vierten Quartal 2002 operativ die Gewinnschwelle erreicht werden. Noch vor Jahresfrist wolle Openshop ein freiwilliges Übernahmeangebot von sieben Openshop-Aktien für je fünf USU-Papiere abgeben. Beiden Gesellschaften gaben zudem einen Quartalsverlust bekannt.

Während die am Neuen Markt notierten Aktien der USU AG bis zum Nachmittag über neun Prozent auf 8,29 ? zulegten, gaben die Papiere der ebenfalls am deutschen Wachstumswertesegment gelisteten Openshop drei Prozent auf 6,50 ? nach.

Openshop strebe einen Erwerb aller USU Aktien und damit die vollständige Übernahmen an, sagte Rücker. Das Angebot sei mit der Übernahmekommission abgestimmt und hinsichtlich dem Umtauschverhältnis bereits genehmigt worden. Allerdings müssten die Openshop-Aktionäre dem Umtauschangebot auf der für Februar 2002 vorgesehenen Hauptversammlung zustimmen. USU-Vorstandschef und Mehrheitsaktionär Udo Strehl habe diesem Tauchangebot zugestimmt. Strehl werde künftig als Co-Vorstandschef bei der fusionierten USU-Openshop AG für die Integration der beiden Firmen verantwortlich sein. Sein Anteil an der neuen Gesellschaft werde sich auf rund 25 % belaufen.

USU-Openshop strebt für das vierte Quartal 2002 einen Gewinn an

"Der Zusammenschluss (...) eröffnet uns breits für das kommende Geschäftsjahr klare Vorteile, da wir Cross-Selling-Potenziale optimal zur Marktdurchdringung nutzen und vielfältige Kostensynergien realisieren können", sagte Rücker. "Wir sehen schon heute, dass wir im nächsten Geschäftsjahr eine Kostenentlastung von über zehn Mill. ? realisieren können", fügte er hinzu. Die in den Wachstumsfeldern Wissensmanagement, e-Business und IT-Controlling agierende USU-Openshop strebe für das vierte Quartal 2002 auf Quartalsbasis einen Gewinn vor Zinsen und Steuern an. Der Umsatz dürfte sich nach Angaben von USU-Finanzvorstand Bernhard Oberschmidt, der diese Funktion auch in der neuen Gesellschaft bekleiden wird, 2002 auf mindestens 40 bis 50 Mill. ? belaufen. Bis 2005 strebe die Firma bei einem Umsatz von mehr als 150 Mill. ? eine Ebit-Marge von mindestens 15 % an.

Pro-forma erzielte USU-Openshop in den ersten neun Monaten 2001 bei einem Umsatz von 30,8 Mill. ? ein Ebit von minus 20,7 Mill. ?. Dies sei speziell auf Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von 10,3  Mill. ? zurückzuführen, sagte Openshop-Finanzchef Peter Kuhl, der die Gesellschaft zum Jahresende verlassen werde. Die liquiden Mittel bezifferte er mit 81,9 Mill. ?. Damit verfüge USU-Openshop über eine gefüllte "Kriegskasse", sagte Oberschmidt. Der Markt werde bezüglich weiterer Kooperationen oder Akquisitionen beobachtet, fügte er hinzu. Die Verschmelzung der beiden Gesellschaften sollte seiner Ansicht nach in den nächsten sechs Monaten abgeschlossen sein. Die neue Firma dürfte dann 300 bis 350 Mitarbeiter beschäftigen.

Beide Gesellschaften mit wachsenden Verlusten

Beide Gesellschaften gaben am Morgen jeweils Quartalszahlen bekannt. Die USU AG mit Sitz in Möglingen steigerte den Angaben zufolge im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2001/02 ihren Umsatz um 28 % auf 16,8 (Vorjahr 13,2) Mill. ?. Der Fehlbetrag habe sich dabei erwartungsgemäß auf 1,38 (minus 1,17) Mill. ? ausgeweitet. Für die zweite Jahreshälte rechne der USU-Vorstand damit, dass die konjunkturelle Abschwächung die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr beeinträchtigen und sich ein deutlich verlangsamtes Umsatzwachstum im Ergebnis niederschlagen werde. Zusätzlich würden Sondereffekte von 1,5 bis zwei Mill. ?, die durch den Zusammenschluss mit Openshop entstünden, das Ergebnis des dritten Quartals belasten.

Openshop gab für die ersten neun Monaten 2001 bei einem Umsatz von 3,6 Mill. ? einen Fehlbetrag von 15,7 Mill. ? bekannt. In den ersten sechs Monaten 2001 wies der Neu-Ulmer Software-Anbieter bei einem Umsatz von 2,92 Mill. ? einen Nettoverlust von 11,2 Mill. ? aus. Als Konsequenz aus dem Verlustanstieg im dritten Quartal sei in den vergangenen Wochen ein Personalabbau eingeleitet worden. Insgesamt sollen 30 % der Ende September 165 Mitarbeiter zählenden Gesellschaft abgebaut werden.

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