Deflation sei nicht in Sicht
"US-Wirtschaft erholt sich von Schwächephase"

Die US-Wirtschaft ist nach Einschätzung des Präsidenten der US-Notenbank (Fed), Alan Greenspan, weiter auf dem Weg aus ihrer leichten Schwächephase.

Reuters NEW YORK. Greenspan sagte vor dem New Yorker Wirtschaftsclub am Donnerstag, das Wachstum könne sich in kommenden Jahr beschleunigen, wenn die geopolitischen Spannungen nachließen und die Unternehmen ihre Gewinne erhöhten. Er fügte hinzu, dass die USA nicht vor dem Abgleiten in ein schädliche Deflation stünden. Die Fed hatte Anfang November den Leitzins überraschend deutlich um 50 Basispunkte auf 1,25 % gesenkt und dies damit begründet, der US-Konjunktur solle durch ihre "leichte Schwächephase" geholfen werden.

Ohne die Irak-Krise beim Namen zu nennen, sagte Greenspan, die jüngste Zunahme geopolitischer Risiken würde die Nachfrage dämpfen. Ein Nachlassen der Risiken würde eine bedeutende Rolle bei der Belebung der Wirtschaft spielen, fügte er hinzu. Angesichts der zunehmenden Furcht vor einem Krieg der USA gegen Irak waren am Donnerstag die Ölpreise nahe an ihre höchsten Stände seit rund zwei Jahren geklettert.

Einige Wirtschaftsexperten haben ihre Besorgnis darüber ausgedrückt, dass die US-Wirtschaft in eine Deflation abgleiten könnte, wie sie Japan in den vergangenen Jahren getroffen hat. Greenspan sagte hierzu, die USA seien nicht nahe dran, in eine schädliche Deflation abzugleiten. Selbst im Fall einer Deflation gebe es Möglichkeiten dieser mit einer aggressiven Finanzpolitik zu begegnen.

Greenspan sagte, nach der Zinssenkung im November gebe es Anzeichen dafür, dass sich die US-Wirtschaft von der leichten Schwächephase erhole. Durch eine starke Zunahme der Arbeitsproduktivität und niedrigere Steuern würden sowohl Einkommen als auch Ausgaben erhöht. Seit Oktober hätten sich zudem die Bedingungen für Finanzmärkte der USA verbessert. So seien etwa die allgemeinen Kapitalkosten deutlich gesunken und in den vergangenen Wochen die Herausgabe von Anleihen aller Arten gestiegen. Der Lage am Arbeitsmarkt sei aber weiter gedämpft und auch auch größere Investitionen würden zurückgehalten, bis die Gewinne wieder steigen würden.

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