Defnitive Vereinbarung bis Jahresende
General Motors übernimmt Daewoo Motor

Der weltgrößte Autokonzern General Motors (GM) übernimmt den bankrotten südkoreanischen Autobauer Daewoo Motor für umgerechnet 845 Mill. DM. Ein am Freitag in Seoul unterzeichneter Vertrag beendet den seit Monaten andauernden Übernahmekrimi.

dpa-afx/rtr SEOUL. Demnach erhält GM für 400 Mill. $ zwei Drittel der Anteile an einer künftigen Betreiberfirma für Daewoo Motor, wie General Motors am Freitag in der südkoreanischen Hauptstadt mitteilte. Die Gläubigerbanken teilen sich das verbleibende Drittel.

Das Ergebnis, ein gemeinsames Unternehmen mit dem hochverschuldeten Autohersteller zu gründen, kam damit nach über einem Jahr intensiver Verhandlungen zwischen GM und Daewoo zustande. "Wir haben uns darauf seit einiger Zeit fokussiert, weil wir immer geglaubt haben, dass es eine wertvolle Marktstrategie gibt", sagte der für Allianzen zuständige GM-Vorstand, Alan Perriton. Mit der Mehrheitsübernahme bei Daewoo Motor erhält der weltgrößte Automobilkonzern ein Standbein in einem der größten Automärkte Asiens. Es entsteht ein Unternehmen mit jährlichen Umsätzen von 5 Mrd. Dollar.

Definitive Vereinbarung bis zum Jahresende

Im Rahmen der Vereinbarung bringt GM nach eigenen Angaben 400 Mill. Dollar in bar in das Joint Venture mit dem Hauptgläubiger von Daewoo, der staatlichen Korea Development Bank (KDB), ein. Die koreanische Seite steuere 197 Mill. Dollar bei, hieß es. "Wir hoffen, bis zum Jahresende eine definitive Vereinbarung erreicht zu haben," sagte Perriton weiter. GM übernehme ferner nur die Auslandsschulden von Daewoo in Höhe von umgerechnet 320 Mill. Dollar, nicht jedoch die Verbindlichkeiten in Korea. Per Ende 2000 hatte Daewoo insgesamt Schulden im Volumen von umgerechnet 17,08 Mrd. Dollar angehäuft.

An der Übernahme des drittgrößten südkoreanischen Automobilkonzerns sind nach den Worten von Perriton neben GM auch Fiat sowie weitere Partner beteiligt. Das entstehende Gemeinschaftsunternehmen solle von GM und seinen Allianzpartnern sowie vom Management von Daewoo Motor geleitet werden. Einen Teil der Produktion von Daewoo Motor werde GM nach Europa und nach Nordamerika exportieren. Von den 16 Produktionsstädten in Südkorea und im Ausland sollen insgesamt nur vier Werke übernommen werden. "In die Transaktion einbezogen werden Kunsan und Changwon. Vietnam und Ägypten werden dabei sein," sagte Perriton. Für die anderen Fertigungsstätten werde weiter nach der besten Vorgehensweise gesucht.

Nur ausgewählte Werksteile werden übernommen

In Südkorea verfügt Daewoo über vier Produktionsstätten. Das Hauptwerk in Pupyong in der Nähe der südkoreanischen Hauptstadt Seoul - zugleich die älteste Fertigung von Daewoo in Korea - solle nicht übernommen werden, hieß es weiter. Die Fertigungsstätte als Ganze sei nicht Teil der Transaktion, sagte Perriton. Nur ausgewählte Werksteile wie etwa die Forschung und Entwicklung gehörten zur Vereinbarung. Bis auf weiteres würde das Werk aber Autoteile liefern, fügte er hinzu.

Der südkoreanische Autobauer war in die Krise geschlittert, nachdem der Mutterkonzern Daewoo im August 1999 unter einer Schuldenlast von 80 Mrd. $ zusammengebrochen war. Zunächst hatte der US-Autohersteller Ford ein Kaufangebot für Daewoo Motor abgegeben, dieses aber im Herbst vergangenen Jahres zurückgezogen. Daraufhin bekundete General Motors - zu dem auch der deutsche Autobauer Opel gehört - Interesse und begann mit einer Finanzprüfung. GM und sein italienischer Partner Fiat hatten schließlich im Mai ein Angebot für Daewoo unterbreitet, dessen Details nicht bekannt gegeben wurden. Seitdem hatten Unterhändler beider Seiten versucht, die Vereienbarungen in Verhandlungen abzuschließen.

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