Degussa konzentriert sich auf Spezialchemie

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Degussa konzentriert sich auf Spezialchemie

Im Zuge ihrer Konzentration auf die Spezialchemie hat der Degussa-Konzern sein Gelatine-Geschäft für 265 Mill. ? an die niederländische Sobel NV verkauft. Unter Vorbehalt der Genehmigung der Kartellbehörden werde die Transaktion bis Mitte Februar abgeschlossen sein, kündigte Degussa am Donnerstag in Düsseldorf an.

Reuters DÜSSELDORF. Inklusive der Gelatine-Aktivitäten habe der Konzern dann aus sämtlichen bisher realisierten Desinvestitionen mehr als 3 Mrd. ? erlöst und seine Nettoverschuldung auf unter 3 Mrd. ? gesenkt. Analysten zeigten sich angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage über den erzielten Verkaufspreis positiv überrascht. An der Börse gab die Aktie bis zum Mittag jedoch um 0,7 % auf 29,94 ? nach.

Die Gelatine-Aktivitäten, die Anwendungen in der Photo- und Pharmaindustrie umfassen, erwirtschafteten 2000 mit 1 485 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 250 Mill. ?. Die weltweit für die Futter-, Nahrungsmittel und pharmazeutische Industrie sowie Gesundheitspflege aktive Sobel erzielte 2000 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 38 Mill. ? und beschäftigt 3 200 Mitarbeiter.

Analysten hatten zum Teil einen deutlich niedrigeren Verkaufserlös für das Gelatine-Geschäft der Degussa erwartet. Experten von ABN Amro etwa hatten einen Preis von 139 Mill. ? geschätzt. Die Glaubwürdigkeit des Managements habe bezüglich der erfolgreichen Umsetzung des Desinvestitionsprogramms gewonnen, hieß es. Ein Experte der WestLB Panmure bewertete die Transaktion als sehr positiv angesichts der derzeit allgemein schwierigen Marktlage.

Im Zuge der Veba/Viag-Fusion zur Eon AG wurde das Chemiegeschäft beider Konzerne in die neue Degussa gebündelt. Bei ihrem Start hatte Degussa die Konzentration auf die Spezialchemie als einen Schwerpunkt der Unternehmensstrategie festgelegt und fünf Monate später bereits mehr als 70 % des zu veräußernden Gesamtumsatzes von rund 6,5 Mrd. ? abgegeben. Dies umfasste beispielsweise den Verkauf der Katalyse- und Metallchemietochter dmc2 für 1,2 Mrd. ?, das Dental- und Onkologiegeschäft für 576 Mill. ? und die Phenolchemie für rund 482 Mill. ?. Bei der Umsetzung des Desinvestitionsprogramms habe der Konzern im vergangenen Jahr die Markterwartungen bezüglich der Geschwindigkeit und der Erlöse übertroffen, ergänzte Degussa. Bis Ende 2002 will der mehrheitlich zu Eon gehörende Konzern, der als Weltmarktführer in der Spezialchemie gilt, die Abgabe seiner Nicht-Kerngeschäfte abgeschlossen haben.

Weltweit Nummer 2 in der Feinchemie

Mit dem Erwerb der britischen Laporte für etwa 2 Mrd. ? im Frühjahr vergangenen Jahres gelang es Degussa weltweit auf Platz 2 in der Feinchemie aufzurücken. Die Erlöse aus den Unternehmensverkäufen seien unter anderem für die vollständige Rückführung der Zwischenfinanzierung aus dem Erwerb der Laporte verwendet worden, teilte Degussa weiter mit. In den kommenden Jahren plant der Konzern aus eigener Kraft in der Feinchemie ein Umsatzwachstum von mindestens 25 % zu erzielen. 2000 setzte der Konzern in dem Arbeitsgebiet 785 Mill. ? um.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte Degussa Ende Oktober seine Prognosen zurückgenommen und zu dem ohnehin geplanten Wegfall von 3 000 Stellen einen weiteren Abbau von 1 000 Arbeitsplätzen angekündigt. Angesichts der sich dramatisch verschlechterten Marktentwicklung und der anhaltend schwachen Konjunktur werde das Betriebsergebnis 2001 den Wert des Vorjahres um 20 bis 25 % unterschreiten, hieß es. 2000 hatte Degussa bei einem Umsatz von 20,3 Mrd. ? ein Betriebsergebnis von 672 Mill. ? ausgewiesen sowie einen Überschuss von 407 Mill. ?.

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