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Deisler fordert Verständnis für HitzfeldDPA-Datum: 2004-07-05 16:24:21

Rottach-Egern (dpa) -Sebastian Deisler hat um Verständnis für Ottmar Hitzfeld geworben und dessen Verzicht auf den Posten des Bunderstrainers verteidigt. «Ich habe größten Respekt vor dem, was er im Fernsehen gesagt hat», erklärte der Nationalspieler des FC Bayern München.

Rottach-Egern (dpa) -Sebastian Deisler hat um Verständnis für Ottmar Hitzfeld geworben und dessen Verzicht auf den Posten des Bunderstrainers verteidigt. «Ich habe größten Respekt vor dem, was er im Fernsehen gesagt hat», erklärte der Nationalspieler des FC Bayern München.

Deisler, der schwere gesundheitliche Probleme überwunden hat, sieht Hitzfelds Verhalten auch als beispielhaft an: «Das sollte auch einigen zu denken geben: Dass es einen Zeitpunkt gibt, zu dem es einfach nicht geht, man der Familie auch keinen Gefallen tut und zu dem man einfach ausgebrannt ist. Dann sollte man davor größten Respekt haben.» Jedoch gestand Deisler ein, dass er selbst auch traurig über die Absage Hitzfelds an das Bundestrainer-Angebot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sei.

Seine eigene Zukunft im Nationalteam ließ Deisler vorerst offen. Ob er beim Länderspiel am 18. August in Österreich dabei sei, müsse der neue Bundestrainer entscheiden. Er persönlich sieht für die DFB-Auswahl nicht so schwarz wie viele andere. «Das Gejammer ist ziemlich groß. Aber ich denke, dass wir in der nächsten Zeit eine gute Mannschaft haben werden», meinte der 24-Jährige.

Unterdessen hat Hitzfeld nach seiner Absage an den DFB einen möglichen Stimmungsumschwung in den kommenden Monaten ausgeschlossen. «Auch wenn im Fußball immer alles möglich ist: Ich habe mich jetzt entschieden, dann kann man nicht in zwei Monaten wieder darüber reden», sagte der frühere Bayern-Trainer im Interview mit dem Zürcher «Tagesanzeiger». Damit widersprach er all jenen, die über eine Zusage zu einem späteren Zeitpunkt gemutmaßt hatten. Der 55-Jährige hatte die Absage mit seiner persönlichen Verfassung begründet.

Nach seinem Entschluss habe er zunächst mit den Tränen kämpfen müssen. Aber: «Es war auch eine Befreiung.» Mit einigen Tagen Abstand verspüre er Erleichterung. «Jetzt beginnen die Ferien, jetzt kommt die innere Zufriedenheit, kann ich befreit das Leben genießen. Jetzt kann ich auch einmal Fan sein.» Als DFB-Coach hätte er nach eigenen Angaben «mit Werbung und Drumherum» mehr Geld verdient als beim FC Bayern. Für Hitzfeld jedoch stand auch die Gesundheit im Vordergrund: «Was nützt es mir, das Amt anzunehmen und dann zu scheitern und die Gesundheit zu riskieren? Das ist ein zu hoher Preis», sagte er.

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