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Deisler wohl kommende Woche wieder im Training

Sebastian Deisler kann nach seinen neuerlichen gesundheitlichen Problemen wahrscheinlich in der kommenden Woche wieder ins Training beim FC Bayern München einsteigen. Das bestätigte Bayern-Pressechef Markus Hörwick im Deutschen Sportfernsehen (DSF).

dpa MÜNCHEN. Sebastian Deisler kann nach seinen neuerlichen gesundheitlichen Problemen wahrscheinlich in der kommenden Woche wieder ins Training beim FC Bayern München einsteigen. Das bestätigte Bayern-Pressechef Markus Hörwick im Deutschen Sportfernsehen (DSF).

Nach der Rückkehr vom Champions-League-Spiel bei Juventus Turin habe es ein Gespräch mit Deisler sowie seinem Facharzt Professor Florian Holsboer gegeben. "Es geht ihm im Augenblick relativ gut", sagte Hörwick.

Bei der Bewältigung seiner Probleme kann Deisler auch auf die Unterstützung von Fußball-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann bauen. "Wir müssen behutsam mit ihm umgehen", forderte Klinsmann in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt". "Sebastian gibt das Tempo vor. Felix Magath, Uli Hoeneß und ich nehmen sein Tempo auf." Unterdessen kündigte Holsboer an, dass sich der Spieler in den kommenden Wochen einer Verhaltenstherapie unterziehen müsse.

Der 24-Jährige war noch vor der Partie des deutschen Rekordmeisters in Turin nach München zurückgereist. Deisler war im Vorjahr wegen Depressionen mehrere Wochen lang im Münchner Max- Planck-Institut für Psychiatrie stationär behandelt worden. Einen Rückfall hatte Holsboer ausgeschlossen: Vielmehr sei das Auftreten einzelner Symptome eine "natürliche Reaktion".

"Wir werden eine Verhaltenstherapie anwenden", kündigte der Mediziner an. "Nicht ausgeschlossen ist auch, dass Deisler medikamentös behandelt wird." Weitere Einzelheiten zur Behandlung des 22fachen Nationalspielern wollte eine Institutssprecherin nicht mitteilen. Laut Bayern-Manager Hoeneß muss sich Deisler aber nicht stationär in der Klinik aufhalten. "Ich habe mit seiner Frau gesprochen. Es geht ihm eigentlich ganz gut", sagte er dem TV-Sender SAT.1. Wie Klinsmann mahnte Hoeneß zur Rücksichtnahme: "Wenn wir Sebastian auch bei der WM in Topform sehen wollen, dann müssen wir Rücksicht auf ihn nehmen."

Ein exakter Zeitpunkt der Rückkehr steht vorerst allerdings noch nicht fest. "Das wird der Arzt mit ihm zusammen entscheiden müssen", sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Trainer Magath hatte ein Mitwirken Deisler bereits im Bundesliga-Spiel bei Hansa Rostock für unrealistisch gehalten. "Eher nicht - wenn einer am Montag abreist, ist das nicht möglich", so der Coach.

Klinsmann rechnet nicht mit einer längeren Zwangspause des Hoffnungsträgers: "Wir machen uns keine Sorgen, da wir wissen, dass Sebastian von Fachleuten umgeben ist und richtig behandelt wird." Der Nationaltrainer sprach sich auch für den Einsatz von Psychologen im Profi-Fußball aus. "Während es in anderen Sportarten normal ist, mit Psychologen zusammenzuarbeiten, hinken wir im Fußball einfach hinterher."

"Sebastian setzt sich unheimlich unter Druck", sagte Bayern - Rekonvaleszent Alexander Zickler der "Abendzeitung". "Es muss aber nicht immer alles perfekt sein." Der verletzte Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz sagte dem Blatt: "Wichtig ist jetzt erstmal der Mensch Sebastian, nicht der Spieler Deisler."

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