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Deislers Comeback im Nationalteam aufgeschoben

dpa MüNCHEN. Der deutliche Einspruch von Felix Magath hat die rasche Rückkehr von Hoffnungsträger Sebastian Deisler in die Fußball-Nationalmannschaft wohl erst einmal verhindert.

dpa MüNCHEN. Der deutliche Einspruch von Felix Magath hat die rasche Rückkehr von Hoffnungsträger Sebastian Deisler in die Fußball-Nationalmannschaft wohl erst einmal verhindert.

"Es gefällt mir nicht, wenn jemand von Null auf 100 in jedem Wettbewerb dabei ist", sprach sich der Trainer des FC Bayern München mit deutlichen Worten erneut gegen Deislers Einsatz schon im Länderspiel gegen Österreich am 18. August aus. Magath hatte zuvor ein Telefonat mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann geführt - und dabei "selbstverständlich meine Meinung" auch zum Fall des lange erkrankten Deisler mitgeteilt.

Vor fast einem Jahr war Deisler bei seinem letzten Länderspiel-Einsatz beim 0:0 gegen Island gerade 22 Minuten für die Nationalmannschaft aufgelaufen. Danach folgte für den Hoffnungsträger - wieder einmal - eine nicht enden wollende Leidenszeit. Doch nach seiner guten Vorbereitung bei Bayern München, zwei Toren im Ligapokal-Finale gegen Meister Werder Bremen und seinem Treffer im Auftaktspiel der Eliteliga gegen den Hamburger SV waren die Rufe nach einer raschen Rückkehr ins neue Nationalteam immer lauter geworden.

Klinsmann, der in Frankfurt das Aufgebot für das Testspiel in Wien bekannt geben will, hatte signalisiert, dass er den 20-maligen Nationalspieler nicht gegen den Willen der Münchner Verantwortlichen einladen werde. Neben Magath hatte auch Uli Hoeneß Bedenken angemeldet und von Deislers Nominierung abgeraten. "Das wäre der größte Fehler, ihn jetzt da einzusetzen", sagte der Manager.

"Er muss sich erst akklimatisieren und über Wochen Leistung bringen", verlangte Magath erneut. Dies gelte auch für aufstrebende Spieler wie Andreas Görlitz. Vor einem "Hype" um Deisler hatte der Bayern-Trainer schon in der vergangenen Woche gewarnt und seine Marschroute ausgegeben: "Ich denke, man sollte einen Spieler nicht nach einem Spiel beurteilen."

Gesundheitlich ist Deisler nach Angaben seines Arztes grundsätzlich wieder bereit für die Nationalmannschaft. Der 24- Jährige sei nach seinen Depressionen "total geheilt" und habe "seine Krankheit hinter sich gelassen", sagte der im Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie arbeitende Professor Florian Holsboer vor kurzem in Interviews.

Die Hauptperson fehlte übrigens beim morgendlichen Training der Bayern-Spieler in München. "Sebastian Deisler ist zu Hause, liegt im Bett und ist krank", erklärte Magath den erstaunten Journalisten. Es ist nichts Ernstes, nur eine ganz normale Grippe, schon bald wird der Hoffnungsträger im Training zurück erwartet. Seine Heimkehr in die Nationalmannschaft dürfte sich dagegen noch etwas hinziehen.

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