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Deislers neue Lust am FußballDPA-Datum: 2004-07-06 12:24:06

Rottach-Egern (dpa) - Entspannt, gesund und gut gelaunt - Sebastian Deisler hat die schlimmste Zeit seiner Karriere endgültig abgehakt und freut sich auf eine neue Chance.

Rottach-Egern (dpa) - Entspannt, gesund und gut gelaunt - Sebastian Deisler hat die schlimmste Zeit seiner Karriere endgültig abgehakt und freut sich auf eine neue Chance.

«Ich bin überglücklich, dass ich zum ersten Mal fit in die Vorbereitung gehe», sagte der 24 Jahre alte Fußball-Profi vom FC Bayern München, «ich fühle mich sehr wohl und kann die neue Saison kaum erwarten. Es wird bestimmt riesig Spaß machen.» Mit neuer Lust will der Nationalspieler in der kommenden Saison angreifen, Depressionen und Verletzungen sind kein Thema mehr. «Die Geschichten sind ausgestanden», betonte Deisler.

Nach der Sommerpause mit drei Wochen Urlaub auf den Malediven ist der sensible Sportler wie umgewandelt an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die wochenlange Behandlung in einer psychiatrischen Klinik Ende vorigen Jahres ist Vergangenheit. Der Kontakt zum Psychologen beschränke sich auf knappe Gespräche, erklärte Deisler in Rottach-Egern, wo Trainer Felix Magath sein Team in diesen Tagen auf die neue Saison vorbereitet. Auch die zahlreichen Knieblessuren, die ihn immer wieder zurückwarfen, sind vergessen. Deisler: «Ich habe im Urlaub trainiert, damit ich fit bleibe und mein Knie stabil bleibt.»

Dass er sich im Urlaub an den speziell für ihn ausgearbeiteten Trainingsplan gehalten hat, zahlt sich während des Schweiß treibenden Trainings am Tegernsee aus. «Trotz der Intensität macht es Spaß, wenn man merkt, dass man fitter geworden ist. Für einen Fußballer gibt es nichts Schöneres, als wenn man spürt, dass der Körper funktioniert.» Vergessen sind auch die Gewichtsprobleme. «Ich habe im Urlaub viel Fisch gegessen», sagte Deisler, der auf den Malediven an die fünf Kilo zurückgelassen hat. «Sebastian macht einen hervorragenden Eindruck. Er wird Anfang August einen Stammplatz haben», sagte Magath und zog damit ein positives Zwischenfazit.

Unklar ist noch, welche Rolle der Mittelfeldspieler im Magath- System spielen wird. Darüber habe man noch nicht gesprochen, meinte Deisler, aber es sei ja bekannt, dass er lieber halbrechts oder im Zentrum als auf der Außenposition spiele. «Ich bin der unglücklichste Spieler, wenn ich einen Meter hinter mir oder neben mir die Außenlinie sehe. Auf einer anderen Positionen bin ich wertvoller und kann der Mannschaft mehr helfen.»

Hilfreich für ihn war, dass er bei der Europameisterschaft in Portugal nicht dabei war, «weil ich zum ersten Mal seit Jahren wieder vier Wochen Urlaub gehabt habe.» Das Nationalteam behält Deisler weiter im Auge, aber einen Termin für ein mögliches Comeback hat er nicht. Ob er im Länderspiel gegen Österreich am 18. August dabei sei, müsse der neue Bundestrainer entscheiden. Und keinesfalls will sich der 19-malige Nationalspieler unter Druck setzen lassen: «Ich versuche, mein Bestes zu geben. Das was geht, geht, das was nicht geht, geht eben nicht. Aber ich bin fit und freue mich auf die nächsten Aufgaben.»

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