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Déjà-vu bei EM.TV

Aus dem Medienunternehmen ist ein Fall für die Gerichte geworden. Die Aktionäre erlebten auf der Hauptversammlung so manches Déjà-vu.

"Ich möchte aus EM.TV ein stabiles, gut positioniertes Unternehmen machen, das in seinen Märkten führt", kündigte Werner Klatten, der zukünftige Chef des Medienunternehmens, bereits vor der gestrigen Hauptversammlung an.

Dieser Satz dürfte den versammelten Aktionären in den Ohren geklingelt haben. Schon einmal wurde ihnen versprochen, ihr Unternehmen werde sich bald mit dem Disney-Konzern messen können. Stattdessen wurde aus der EM.TV-Aktie ein Zocker-Papier und das Unternehmen ein Fall für die Gerichte.

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Ex-Chef Thomas Haffa und seinen Bruder Florian. Von Aktionärsschützern werden Sammelklagen vorbereitet. Doch Klatten ficht das alles nicht an. Er phantasiert weiter, denkt schon wieder an Übernahmen. So, als ob aus einer Ansammlung von Pleitekandidaten ein Marktführer werden könnte.

Anstatt verlässliche Zahlen zu präsentieren und zu sagen, wie er das Unternehmen retten will, macht er da weiter, wo die Haffas aufgehört haben - mit Versprechungen. Doch keiner der außenstehenden Aktionäre weiß derzeit, wie es wirklich um EM.TV steht. Wegen der Ermittlungen konnte der Vorstand gestern nicht entlastet werden. Zu chaotisch ist die Buchführung, zu verworren sind die Machtverhältnisse bei diesem Unternehmen, als dass ein Außenstehender noch durchsteigen könnte.

Momentan bleibt die Münchener Firma ein Selbstbedienungsladen für Aufsichtsräte, Mehrheitsaktionäre und andere, externe, Interessengruppen. Die Gefahr besteht, dass EM.TV ausgeschlachtet wird und dort landet, wo man 1989 einmal angefangen hat: Beim bescheidenen Handel mit Rechten an Kinder- und Jugendfilmen. Die Aktionäre hätten dann ihr nächstes Münchener Déjà-vu.

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