Delisting-Regeln werden konkreter
Pennystocks sollen vom Neuen Markt verschwinden

Das Regelwerk des Neuen Marktes wird voraussichtlich in Kürze verschärft. Ein Sprecher der Deutschen Börse sagte gestern, der Beratungsausschuss für den Primärmarkt diskutiere das Delisting von so genannten Pennystocks - davon gibt es mittlerweile rund 20 am Neuen Markt - sowie von Aktien insolventer Unternehmen.

/wsj FRANKFURT/M. Damit wird eine Änderung des Regelwerks auf der kommenden Sitzung des Ausschusses wahrscheinlich. Sie soll in den nächsten Wochen stattfinden. Bislang ist ein Ausschluss vom Neuen Markt nur möglich, wenn Gesellschaften gravierend gegen das Regelwerk verstoßen.

Nachdem sich Aktionärsschützer, Analysten und Anleger immer nachdrücklicher für das Delisting von Billigstaktien ausgesprochen hatten, nahm zuletzt auch die Kritik der am Neuen Markt notierte Unternehmen zu. So erwägt der Anlagenbauer Singulus laut Berliner Zeitung den Rückzug vom Neuen Markt, weil das Segment einen zu schlechten Ruf habe. Auch der Chef der Lion Bioscience AG droht mit einem Weggang vom Neuen Markt: "Wenn nichts geschieht, werden wir ein Listing anderswo erwägen", sagte er dem Wall Street Journal. "Ich werde nicht zulassen, dass mein Unternehmen Schaden erleidet."

Das Delisting ist jedoch nicht unumstritten. Experten argumentieren, dass die von der Firmenpleite ohnehin geschädigten Aktionäre ein zweites Mal belastet werden, weil sich die Handelbarkeit der Aktie durch den Ausschluss noch verschlechtert. Kommt es tatsächlich zu einer Verschärfung des Regelwerks, bleibt den betroffenen Anlegern nach Angaben der Börse eine Frist von mehreren Monaten, um auf den drohenden Ausschluss ihrer Aktien zu reagieren.

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