Delisting von Concept
Concept-Auftritt unter der Marke Ogilvy One

Die ehemals am Neuen Markt gelistete Multimedia-Agentur Concept! wird sich nach ihrer weitgehenden Integration in die internationale Werbegruppe Ogilvy One künftig auch unter diesem Markendach präsentieren. Die Börsennotiz von Concept, die sich beim Börsengang als eine der wenigen profitablen Firmen der Branche vorstellte, wird mit der geplanten Zwangsabfindung (Squeeze-Out) der Kleinaktionäre erlöschen.

rtr FRANKFURT. "Die erklärte Absicht ist ein Delisting (von Concept)", sagte der Vorstandschef der Ogilvy One Worldwide Deutschland, Franz-Josef Rensmann, in einem Interview mit Reuters. Im Zuge der Übernahme hatte Concept bereits den Wechsel vom Neuen Markt in den Geregelten Markt beantragt. Für die Werbegruppe Ogilvy One, eine Tochter der weltweit agierenden Agentur WPP, sei kein Börsengang geplant, ergänzte Rensmann. Ogilvy One hält nach Angaben von Rensmann mittlerweile rund 96 % an Concept. Auf der Hauptversammlung am 27. August sollen die Concept-Aktionäre über den Erwerb der Minderheitsbeteiligungen abstimmen. Die bisherigen Kosten für die Übernahme von Concept bezifferte Rensmann auf rund 73 Mill. ?.

Die finanzielle Ausstattung von Concept sei nicht der ausschlaggebende Punkt bei der Akquisition gewesen. Zum Zeitpunkt des Übernahmeangebots verfügte Concept nach Angaben von Vorstandschef Sven Bornemann noch über liquide Mittel von 88,5 Mill. ?. In Marktkreisen wird immer wieder darauf verwiesen, dass Unternehmen des Neuen Marktes allein auf Grund ihrer großen Kassenbestände und der derzeit niedrigen Kurse Übernahmengelüste auf sich ziehen könnten.

"Nach zwei Jahren Verlobungszeit war eine Hochzeit naheliegend", sagte Rensmann bezogen auf die bereits länger bestehende Zusammenarbeit zwischen den Firmen. WPP und ihre auf Direktmarketing spezialisierte Tochter Ogilvy One hatten sich damals zu 20 % an Concept beteiligt, im Gegenzug übernahm Concept die Deutschland-Tochter der Ogilvy Interactive zu 100 %. "Wir brauchen einen Spezialist im Bereich Multimedia," sagte Rensmann.

"Wir wollen dem Kunden gegenüber einen einheitlichen Auftritt bieten", sagte Bornemann zur neuen Markenstrategie. Concept trete ab sofort unter dem Namen Ogilvy Interactive worldwide auf und werde sich auf den deutschen Markt konzentrieren, sagte er. Insgesamt seien für Ogilvy Interactive 1200 Mitarbeiter in 37 Ländern tätig, die wie Concept auf das Online-Dialog-Marketing spezialisiert seien. Die Firma Concept, die ihre IT-Kompetenz in den vergangenen Jahren ausgebaut habe, bleibe als solches bestehen. Jedoch werde die Mitarbeiterzahl bis zum Spätsommer nochmals auf dann 130 von derzeit 160 reduziert, dabei werde Concept aber weiter an den Standorten Düsseldorf, Stuttgart und Wiesbaden tätig sein.

Ogilvy One plane nach der Übernahme der Concept zunächst keine weiteren Zukäufe, sagte Rensmann. Mit über 200 Mitarbeitern in Deutschland und einem Bruttoumsatz (Gross Income) von 28,9 Mill. ? im Jahr 2001 zähle die Firma zu den führenden Dialog-Marketing-Agenturen für das Kundenbeziehungsmanagement in Deutschland. Zu Wettbewerbern zählt Rensmann etwa die Agenturen Scholz & Friends oder BBDO.

Mit einem Aufschwung in der Branche rechnen die Firmenchefs erst 2003. "Das Interesse an interaktiven Medien ist weiter da. Die Frage ist, wann die Budgets wieder freigegeben werden", sagte Bornemann. "Wir wissen nicht, ob der Boden schon erreicht ist", fügte Rensmann hinzu. "Letztes Jahr sind wir in der Gruppe 15 % gewachsen, wir erwarten dieses Jahr eher weniger." Rensmann ergänzte, im klassischen Werbebereich tue sich bei der Kundenbasis etwas, "der Online-Bereich ist weiter eher schwierig". Die Anforderungen an die Agenturen würden zugleich immer komplexer. Im Zweifelsfall sei für kleinere Unternehmen kein Platz mehr, sagte Bornemann.

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