Dell bestätigt Prognosen für das dritte Quartal
PC-Sektor vor neuen Entlassungen

Analysten rechnen mit einer neuen Entlassungswelle bei den Computerherstellern. Weder Weihnachtsgeschäft noch Windows XP werden den Absatz ausreichend ankurbeln. Hinzu kommen Kürzungen bei den Budgets der Firmen. Marktführer Dell bleibt allerdings vorerst bei seinen Prognosen.

su/kk NEW YORK. Die Computerbranche hat das Tal der Tränen offenbar noch lange nicht durchschritten. Diese Befürchtung äußern Analysten. Grund für den Pessimismus ist die schwindende Hoffnung auf eine baldige Erholung der Wirtschaft. Angesichts der anhaltend schwachen Nachfrage haben allein die US-Computerhersteller seit Jahresbeginn weltweit fast 46 000 Jobs gestrichen. Marktbeobachter rechnen nicht mehr damit, dass sich die Zahl der ausgelieferten Computer vor Mitte 2002 erhöht.

Die Firmenkunden haben ihre Budgets für die Anschaffung von Computern erneut gekürzt. Die Verkäufe an Privatkunden, die Ende vergangenen Jahres eingebrochen waren, gehen weiter zurück. Zwar könnten Microsofts neues Betriebssystem Windows XP und das bevorstehende Weihnachtsgeschäft den Verkauf an Privatkunden ein wenig ankurbeln. Aber Joe Moore, Analyst beim Investmenthaus Goldman Sachs, glaubt, dass dies "nicht ausreichen wird, den Rückgang im Geschäftskundensektor auszugleichen". Der Umsatz der PC-Hersteller könne im dritten Quartal um bis zu 15 % sinken - unter die bereits reduzierten Prognosen. "Wir dachten gerade, schlimmer kann es nicht kommen", sagt Don Young, Analyst bei UBS Warburg. "Und jetzt kommt es doch." Die Hersteller müssen die Kosten jetzt noch einmal um 5 bis 15 % senken.

Entgegen den Erwartungen hat Marktführer Dell Computer Corp. seine Prognosen für das dritte Quartal auf einer Analystenkonferenz bestätigt. Die Unsicherheit der Kunden über die geplante Fusion der Konkurrenten Hewlett-Packard (HP) Co. und Compaq Computer Corp. habe Dell mehr Marktanteile gebracht, sagte Konzernchef Michael Dell. will im dritten Quartal bei einem Umsatz von 7,2 bis 7,6 Mrd. $ einen Gewinn von 15 bis 16 Cents je Aktie erwirtschaften.

Bei anderen sieht es weniger gut aus. Compaq rechnet mit einem Umsatz, der um eine Milliarde Dollar unter den bisherigen Prognosen liegt. Fusionspartner HP schließt inzwischen nicht mehr aus, dass er noch vor dem Zusammenschluss weiter Jobs streichen werde. Mit der Fusion sollen dann 15 000 Stellen wegfallen. Zusammen haben die beiden in diesem Jahr die Streichung von 30 000 Jobs angekündigt - allerdings soll ein Teil davon bis 2003 erfolgen.

Die Gateway Inc. hat sich erst kürzlich aus dem internationalen Geschäft zurückgezogen, um sich ganz auf den Heimatmarkt USA zu konzentrieren. Dabei strich das Unternehmen ein Viertel seiner 19 000 Stellen. Zur nun vollständigen Abhängigkeit vom US-Markt kommt, dass Gateway 60 % seines Umsatzes im Privatkundengeschäft macht, dem bisher am stärksten betroffenen Kundensegment.

Auch die Apple Computer Inc. könnte sich zu schärferen Sparmaßnahmen gezwungen sehen. Der Paradiesvogel der Branche hatte kürzlich damit begonnen, eigene Läden zu eröffnen - in einer Zeit stark sinkender Computerverkäufe.

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