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Delphi senkt erneut Prognosen - massiver Stellenabbau geht weiter

Der weltgrößte Autozulieferer Delphi hat wegen des hohen Kosten- und Wettbewerbsdrucks zum dritten Mal in diesem Jahr seine Umsatz- und Gewinnprognosen reduzieren müssen. Für 2005 erwartet der Konzern keine Besserung und baut weltweit weitere 8 500 seiner rund 180 000 Stellen ab.

dpa-afx TROY. Der weltgrößte Autozulieferer Delphi hat wegen des hohen Kosten- und Wettbewerbsdrucks zum dritten Mal in diesem Jahr seine Umsatz- und Gewinnprognosen reduzieren müssen. Für 2005 erwartet der Konzern keine Besserung und baut weltweit weitere 8 500 seiner rund 180 000 Stellen ab. Für das laufende vierte Quartal werde ein Nettoverlust von 123 bis 143 Mill. Dollar anfallen, zuvor hatte Delphi mit einer Spanne von minus 18 Mill. Dollar bis zu einem Gewinn von 32 Mill. Dollar gerechnet.

Für das Gesamtjahr präzisierte der Konzern seine Angaben zum Nettoverlust. Dieser werde 57 bis 77 Mill. Dollar statt 48 bis 98 Mill. Dollar erreichen. Der Jahresumsatz werde bei 28,5 bis 28,6 Mrd. Dollar (bislang: 28,6-28,8 Mrd Dollar) liegen. "Angesichts der Produktionsprognosen für Nordamerika könnte dies im vierten Quartal zu Wertberichtigungen führen", sagte Konzernchef J.T. Battenberg.

Stellenabbau

Im vierten Quartal soll der Umsatz statt 7,0 bis 7,2 Mrd. Dollar jetzt nur noch 6,9 bis 7,0 Mrd. Dollar erreichen. Auch 2005 würden sich Restrukturierungs- und Rohstoffkosten negativ auf den Ertrag auswirken. Der Konzern geht davon aus, dass es einen Nettoverlust von 350 Mill. Dollar geben werde. Darin enthalten seien Kosten von 150 Mill. Dollar für den Abbau der 8 500 Stellen.

Der Umsatz soll im kommenden Jahr zwischen 28,5 und 29 Mrd. Dollar liegen. Der Operating Cash Flow werde 0,9 bis 1,0 Mrd. Dollar erreichen. Der Stellenabbau solle durch die Auslagerung von Mitarbeitern zur ehemaligen Konzernmutter General Motors , durch Fluktuation und durch Abfindungen bei Vorruhestandsregelungen umgesetzt werden.

GM-Abhängigkeit

"Insgesamt werden 3 000 US-Arbeitnehmer aus hohen Lohngruppen und 5 500 Angestellte aus anderen Ländern betroffen sein", sagte Delphi-Finanzvorstand Alan Dawes. Insgesamt kostet der Arbeitsplatzabbau das Unternehmen etwa 150 Mill. Dollar. Vor allem die Produktionskürzungen von GM machen Delphi neben den steigenden Rohstoffpreisen schwer zu schaffen. GM will 2005 die Fertigung in Nordamerika um 125 000 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr reduzieren.

Delphi hat seit Oktober 2003 rund 5 500 Arbeitsplätze abgebaut. Bis Jahresende werden es über 6 000 Stellen sein. In Deutschland hatte Delphi vor einem Jahr die Grundig-Autoradiosparte und zuletzt von mg technologies den Fürther Zünd- und Airbag-Spezialisten Dynamit Nobel AIS übernommen.

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