Dem Familien-Clan winken neue Millionen-Verträge
Zagreb will Kostelic ein Denkmal setzen

"Janica ohne Grenzen" - Kroatien feierte am Donnerstag das zweite alpine Gold von Janica Kostelic bei den Olympischen Winterspielen überschwänglich. Und ihre Heimatstadt Zagreb möchte der 20-Jährigen schon jetzt ein Denkmal setzen.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Ob die Doppel-Olympiasiegerin auf diese Weise geehrt werden soll, will die Stadtregierung der kroatischen Hauptstadt jetzt in einer Umfrage unter der Bevölkerung ermitteln. Der Standort für das Denkmal stünde schon fest: Am Ende des Skiliftes auf dem 1035 m hohen Zagreber Hausberg Slijeme, wo Janica erstmals auf Ski gestanden hat.

Ehren und Millionen: Dank Tochter Janica floriert das Familienunternehmen Kostelic. Der Clan um Papa Ante bastelt in Salt Lake City mit Erfolg am neuen Königreich des Wintersports.

Die erste Ski-Olympiasiegerin aus einem Land ohne richtige Berge wird wohl schon bald erfolgreicher sein als die "Gold Rosi" oder die große Hanni Wenzel, die 1976 und 1980 je zwei Mal Gold und ein Mal Silber gewonnen haben. Als erste alpine Skirennläuferin schickt sich Janica Kostelic an, am Freitag binnen acht Tagen ihre vierte Olympia- Medaille zu gewinnen. "Wenn es klappt, ist es prima, wenn nicht, ist es auch gut", sagte die Kroatin, die nach Platz zwei im Super-G und Rang eins in der Kombination im Slalom ihr zweites Gold geholt hatte.

Einen Tag nach dem letzten Auftritt der neuen Ski-Königin im Riesenslalom tritt ihr zwei Jahre älterer Bruder Ivica als Mitfavorit im Slalom an. Noch nie hat ein Geschwister-Paar auf Skiern zwei Mal Olympia-Gold gewonnen. "Ante hat den Kindern immer wieder klar gemacht, dass ein Olympiasieg das Größte für sie sein wird", sagte Kroatiens Sportdirektor Vedran Pavlek.

Mit gefalteten Händen stand Papa Ante, der hart wie Gips sein soll, beim Slalom im Ziel. Jubelnd riss er die Arme in die Höhe, als die Tochter ihm seinen sehnlichsten Wunsch erneut erfüllte: Planbare Medaillen. Hartnäckig halten sich Gerüchte über das Mädchen, das vom Vater zum Erfolg gedrillt wurde. Nun ist sie ein Weltstar - weitere Millionen-Verträge winken. "Ich liebe meinen Vater", sagt die Tochter in diesen Tagen immer wieder. Der Vater, früher Handballprofi, sitzt bei den Pressekonferenzen im Hintergrund und lächelt still.

Mit ihren Zöpfen schaut Janica aus wie Pippi Langstrumpf. Sonst erinnert sie kaum an das freche Gör aus den beliebten Kinderbüchern. Persönliche Fragen mag sie, die sich 1999 schwer am Knie verletzte und vor der Invalidität stand, noch ehe die Karriere richtig begonnen hatte, überhaupt nicht. Seit sie vor einem Jahr den Gesamtweltcup gewann, ist sie in ihrer Heimat eine Nationalheldin. Sogar eine Briefmarke wurde ihr gewidmet.

Dabei kommen die Kostelics aus einem Land, das nur einen einzigen Skiberg hat. Dafür ist die Adria-Küste fast 1 800 Kilometer lang und es gibt viele Inseln im blauen Meer. Während die Konkurrenz noch eine Woche vor Olympia beim Weltcup im schwedischen Are durch den Stangenwald tanzte, spannte Janica, die vor der Olympia-Saison drei Mal am Knie operiert wurde, noch einmal am Strand aus.

"Wir haben uns nur auf Olympia konzentriert. Das war eine goldrichtige Entscheidung", sagte ihr Vater. Ähnlich war es bei Kjetil-André Aamodt, dem männlichen Pendant als Ski-König von Salt Lake City. Der Norweger, mit Gold im Super-G und in der Kombination dekoriert, tauchte in der Fjord-Landschaft seiner Heimat ab.

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