Dem Frieden jede Chance geben
Indien verlängert Waffenstillstand in Kaschmir

Reuters NEU-DELHI. Indien hat am Dienstag seinen Verzicht auf militärische Gewalt in Kaschmir verlängert. Die Regierung sei davon überzeugt, dass dem Frieden jede Chance gegeben und die Gewalt in Kaschmir beendet werden müsse, sagte der indische Außenminister Jaswant Singh. Der Sicherheitsauschuss der Regierung habe daher die Waffenruhe im Kampf gegen die Kaschmir-Rebellen um einen Monat verlängert. Um Kaschmir im Westen des Himalaya streiten sich Indien, Pakistan und China. Die Ziele der verschiedenen Rebellengruppen reichen vom Anschluss des indischen Teiles an Pakistan bis zu einem eigenen Staat Kaschmir.

Die für die Unabhängigkeit Kaschmirs kämpfende Gruppe Hurriyat (Freiheit) begrüßte die Verlängerung und forderte eine sofortige Umsetzung des Waffenstillstandes. In den vorausgehenden zehn Tagen habe die indische Armee in Kaschmir eine Gewaltherrschaft ausgeübt und die Waffenruhe wiederholt gebrochen, sagte ihr Sprecher Mohammad Jasin Malik der Nachrichtenagentur Reuters. Indien warf erneut Pakistan vor, Rebellen trotz der Waffenruhe gegen die indischen Streitkräfte unterstützt zu haben.

Seit dem einseitig am 28. November ausgerufenen Waffenstillstand ist die Zahl der Anschläge und Zusammenstöße in Kaschmir zurückgegangen. Nach einer in der Tageszeitung "Times of India" veröffentlichten Statistik halbierte sich auch die Zahl der von Indien getöteten Guerilla-Soldaten im Vergleich zur Zeit vor dem Waffenstillstand.

Der südliche Teil Kaschmirs gehört als Bundesstaat Jammu und Kaschmir zu Indien. Er ist der einzige Unionsstaat mit moslemischer Bevölkerungsmehrheit. Der Kampf der Kaschmir-Rebellen gegen die indische Herrschaft hat rund 30 0000 Menschen das Leben gekostet. Seit ihrer Unabhängigkeit 1947 haben Indien und Pakistan zweimal Krieg um Kaschmir geführt. Pakistan hält im Westen und Norden Kaschmirs Gebiete besetzt, China im Osten.

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