Dem Kaffeeröster droht erneut eine Klage des Luxusartikel-Herstellers
Streit um Rolex-Uhren bei Tchibo

Die Hamburger Tchibo AG will ihren Umsatz weiter mit Produkten ankurbeln, die mit ihrem traditionellen Kaffeegeschäft nichts zu tun haben: Ab Ende Mai will das Unternehmen Rolex-Uhren verkaufen.

HAMBURG. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen die Uhren für 2002 Euro - passend zum Jahr 2002 - angeboten werden. Es gehe um "kleine Mengen", die über das Internet oder in den Tchibo-Filialen bestellt werden können.

Die Rolex Uhren GmbH hat keine freundlichen Worte für Tchibos Pläne übrig. Das Unternehmen macht sich Sorgen um sein Image - und sein Geschäft. "Sollte es sich um eine Fälschung handeln, werden wir sofort gerichtlich gegen Tchibo vorgehen", sagt Hans Hellmann, Rechtsanwalt der Firma Rolex. Das Unternehmen prüfe jetzt, woher die Uhren kommen. Rolex verkauft seine Produkte in Europa ausschließlich über eine Vertriebsbindung an ausgewählte Fachhändler. "Unsere Partner haben eine Klausel unterschrieben, dass sie nur mit Endkunden oder Rolex-Konzessionären Geschäfte machen", sagt Hellmann. Auf legalem Wege könne Tchibo nicht an die Uhren gekommen sein. Rolex Deutschland prüfe nun, den Verkauf mit einer einstweiligen Verfügung zu unterbinden, erklärte Hellmann. "Wir können das auf keinen Fall akzeptieren".

Selbst wenn Tchibo nur eine Uhr in der Hälfte seiner 850 Filialen verkauft, wäre das mehr, als Rolex mit dem Modell in Deutschland verkauft. Der offizielle Ladenverkaufspreis des Modells Sea Dweller liegt bei rund 3200 Euro.

Tchibo legt sich bereits zum zweiten Mal mit dem Uhrenhersteller an. Ende der 70er-Jahre hatte der Kaffeeröster unter dem Slogan "Ein Porsche zum Polo-Preis" gefälschte Rolex-Uhren in seinen Filialen verkauft. Nach einem 13-jährigen Rechtsstreit musst Tchibo 2,3 Mill. Mark Schadensersatz zahlen. Der Kaffeeröster verdient sein Geld schon lange nicht mehr ausschließlich mit Kaffee. Im Jahr 2000 lag der Non-Food-Umsatz mit gut 52 % bei 1,48 Mrd. Euro (2,9 Mrd. Mark). Schon häufiger hatte das Unternehmen exklusive Schmuckstücke zu aggressiven Preisen in seine Filialen gebracht.

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