Dem Umsatzeinbruch folgt die Dividendenkürzung
Schering-Plough streicht mehr als 1 000 Stellen

Der US-Pharmakonzern Schering-Plough hat tief greifende Sparmaßnahmen angekündigt. So werden mehr als 1 000 Stellen und Bonuszahlungen für die Mitarbeiter gestrichen. Auch die Dividende wird um gut zwei Drittel gekürzt.

aug/dpa NEW YORK. Die 100-Tage-Bilanz des neuen Konzernchefs Fred Hassan fiel ernüchternd aus: Wegen des Verkaufsrückgangs bei wichtigen Umsatzbringern rechnet er in der zweiten Jahreshälfte mit einem geringeren Gewinn je Aktie als noch in den ersten sechs Monaten. Für 2004 sieht er einen noch geringeren Ertrag als in der laufenden Periode.

"Meine Überprüfung der jetzigen Situation bestätigt, dass wir aggressive Maßnahmen brauchen, um das Unternehmen zu stabilisieren und eine realistische Basis für einen Turnaround zu schaffen", schrieb Hassan in einem auf der Internet-Seite des Konzerns veröffentlichten Brief an die Aktionäre. Sie müssen sich voraussichtlich ab dem vierten Quartal mit 5,50 Cent Dividende je Aktie statt der bisherigen 17 Cent zufrieden geben. Nach Medienberichten hatte die Dividende den Konzern bislang im Quartal 250 Mill. $ gekostet.

Die Streichung von 1 000 Stellen hofft Schering-Plough mit einem freiwilligen Vorruhestandsprogramm zu erreichen. Dies sei aber die erste Phase eines globalen Stellenstreichungsprogramms in allen Sparten. Hassan kündigte weitere Kürzungen an.

Auch die Gewinnbeteiligung für die Beschäftigten soll 2003 erstmals seit 47 Jahren wegfallen. Hassan verzichtet selbst auf einen Leistungsbonus von bis zu 2 Mill. $. Gehaltserhöhungen sollen gestrichen beziehungsweise eingefroren werden.

Gewinnwarnung und Dividendenkürzung kommen für die Wall Street nicht völlig überraschend. Schering-Plough hatte bereits am 12. August in einem Schreiben an die Börsenaufsicht SEC mitgeteilt, dass das Tagesgeschäft nicht mehr aus dem Cash-Flow finanziert werden könne. Der Gewinn war im zweiten Quartal um 71 % eingebrochen, nachdem das Patent für das umsatzstarke Allergiemittel Claritin im November ausgelaufen war. Die Aktie von Schering-Plough fiel am Freitag um mehr als 9 % auf 14,96 $.

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