Demokrat geht in die Offensive
Al Gore: "Bin überzeugt, wir werden gewinnen"

Der demokratische Präsidentschaftskandidat ging heute in die Offensive. Von der Kontroll-Auszählung von Hand hofft sich Gore das Blatt in Florida noch wenden zu können.

Reuters WASHINGTON. Der demokratische Kandidat der US-Präsidentenwahlen, Al Gore, ist am Mittwoch in einer Serie von Interviews mit den großen amerikanischen Fernsehanstalten in die Offensive gegangen und hat sich im Rechtsstreit über das Wahlergebnis im US-Bundesstaat Florida siegesgewiss geäußert. "Ich bin überzeugt, wir werden gewinnen", sagte Gore bei seinen ersten Fernsehinterviews seit der Wahl am 7. November. Er habe in Florida die meisten Stimmen gewonnen, sagte Gore der Fernsehstation NBC und schätzte die Chancen, dies vor Gericht nachweisen zu können, auf 50 zu 50. Seit Gores Konkurrent, der Republikaner George W. Bush, am Sonntag in Florida zum Sieger erklärt worden ist, hat laut Meinungsumfragen die öffentliche Unterstützung für Gores Kampf um den Wahlsieg nachgelassen.

Das Gesetz Floridas fordere eindeutig, dass alle Stimmen gezählt werden müssen - "Tausende sind jedoch nicht gezählt worden", sagte Gore in der Sendung "Today" auf NBC. Alle abgegebenen Stimmen zu zählen sei der einzige Weg zu verhindern, dass auf den nächsten Präsidenten ein Schatten falle, sagte er dem Nachrichtensender CNN. In seinem Rechtskampf fühle er sich dabei nicht als Opfer, sondern als jemand, "der für ein Prinzip kämpft, das für unsere Demokratie grundlegend ist", sagte er ABC's Nachrichtensendung "World News Tonight". Zu Gores Anfechtung des Ergebnisses von Florida findet am Samstag die erste Anhörung statt.

Seine Anwälte gingen unterdessen gegen eine Entscheidung des über die Anfechtung beratenden Bezirksgericht in Florida in Berufung, die Handauszählung strittiger Stimmzettel nicht wie von ihnen beantragt sofort beginnen zu lassen. Gore erhofft sich von der Kontrolle der maschinellen Auszählung von Hand, das Blatt in Florida noch zu seinen Gunsten wenden zu können. nach dem amtlichen Ergebnis beträgt Bushs Vorsprung bei sechs Millionen abegebenen Stimmen 537. Wegen des landesweit knappen Ergebnisses entscheidet das Wahlergebnis in Florida auch über den Ausgang der Gesamtwahl.

Seit der Feststellung des amtlichen Ergebnisses in Florida ist in Umfragen die Zahl derer gewachsen, die von Gore eine Anerkennung Bushs als Sieger der Präsidentenwahl fordern. In einer Umfrage für die Nachrichtenagentur Reuters stellten die Zogby-Meinungsforscher am Mittwoch fest, dass von 604 Wählern aus Florida 57 Prozent für eine Aufgabe Gores sind. Von den befragten Gore-Wählern waren 59 Prozent dafür, dass er seinen Kampf fortsetzt. Die Umfrage hat eine Fehlerquote von vier Prozent.

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